Donnerstag, 13. November 2025

Gedanken-Brösel 344 - Eigentlich möchte man da...

Eigentlich möchte man da nicht drüber reden bzw. versuchen wir es oft zu verdrängen oder zu ignorieren. Der Tod, das Sterben und die eigene Vergänglichkeit. Dazu fällt mir ein Text ein: „Manchmal stelle ich mir vor, ich bin ganz alt, so 97 Jahre oder mehr und liege in meinem Bett, und es geht mit mir zu Ende, nicht aus Krankheit, nein einfach, weil es so ist. Also ich liege da, die Kinder, Enkel und Urenkel sind da und das eine Kind sagt zur Mutter, wenn Opa jetzt gleich tot ist, kann ich dann Play-Station spielen, die Mutter ist entsetzt, doch ich grinse, hole das Kind ran und sage okay, Opa beeilt sich.“ Das wäre doch super, wenn es so laufen könnte. Natürlich will keiner sterben, jedenfalls die meisten Menschen nicht, und gleich gar nicht wenn man blöde krank wird wenn z. B. fucking „Brunhilde“ kommt, also der Krebs. 

Ja klar, sind wir traurig, wenn ein geliebter Mensch stirbt, dabei ist es egal, ob es plötzlich oder ob es absehbar war. Ich weiß, wovon ich hier schreibe, vor ziemlich genau einem Jahr starb meine Mutter, und eigentlich waren wir an diesem Tag zum Pfannkuchen essen verabredet. Doch dazu sollte es nicht kommen. Darum haben wir es als Familie dieses Jahr gemacht und ihrer gedacht. Fand ich irgendwie total schön, als mein Vater dieses nach dem Friedhofsbesuch vorschlug, da saßen wir zu Dritt und konnten sogar etwas an diesem traurigen Tag lachen. Vielleicht ist es wirklich gut, der Trauer mit einem lachenden und einem weinenden Auge zu begegnen. Denn ist es nicht auch so, dass wir der Toten gedenken, dabei oft die Lebenden vergessen? Dabei haben wir doch nur das eine Leben, da gibt es keine Wiederholung jedenfalls nicht so dass wir es genau wüssten. 

Warum also benehmen wir uns oft wie so richtige „Kackbratzen“, beschimpfen uns, meckern über Nichtigkeiten rum. Rennen dem blöden Geld hinterher, machen das Klima für unseren Wohlstand kaputt, vergessen dann, wenn es "im Arsch" ist das Klima, dann gibt es auch keinen Wohlstand mehr. Weshalb sind wir oft so richtig „scheiße“ drauf??? Wenn dann jemand stirbt, kommt das große Gejammer, ach hätte ich doch bloß öfter angerufen oder wäre hingegangen. Oder so ein Mist, hätte ich bloß gehört und wäre bewusster mit der Umwelt umgegangen, verdammt, nun ist mein Haus überschwemmt. Nun soll aber bitte niemand sagen: „Was kann ich alleine schon anrichten, sollen die da oben erstmal machen.“

Nee, so geht das nicht, wenn jeder Einzelne etwas macht, ist das echt viel (natürlich weiß ich, dass es viele Menschen machen), und auf die da oben zeigen, ist zu einfach, sonst wollen wir ja auch, dass sie uns in Ruhe lassen. Also bei all der Trauer und all dem Ärger und Frust, sind wir doch lieber etwas netter zu uns, helfen uns. Machen Armdrücken also in den Arm nehmen und drücken (schrieb ich schon oft). Dann ist es vielleicht wirklich nicht so schlimm, wenn der Tag kommt, wo wir gehen müssen, vielleicht dann mit einem Lächeln und man kann sagen: "War doch echt schön hier, dieses Leben hat sich gelohnt."



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