Mittwoch, 5. August 2026

Gedanken-Brösel 270: Wie wäre es mal miteinander…

Man könnte meinen, was für schlimme Zeiten! Höre ich auch ganz oft, genauso Sätze wie: Schlimmer als in Corona Zeiten. Aber ist das auch wirklich so? Ich denke mir dabei, wer nicht auch mal für Veränderungen bereit ist, immer das Schlechte nach vorne nimmt, der kann das Gute und Schöne nicht bewahren, nicht schätzen.

Sicherlich, es ist nicht einfach. Und wenn ich auf unsere „Altvorderen“ schaue, unsere Regierung sehe, die nun nicht wirklich Verbindendes für ihr Wahlvolk tut, immer noch eins draufsetzt. Wenn ich Herrn Dobrindt im Fernsehen sehe, denke ich ständig, das wäre ein Typ aus dem alten SED-Zentralkomitee-Kader. Dabei hat er schon damals als Verkehrsminister viel Unsinn gemacht. Jetzt meckert er über den spanischen Ministerpräsidenten, weil der angeblicher Weise seine Grenze nicht im Griff hat. Weil viele Marokkaner gekommen sind, die zwar fast alle wieder weg sind. Was sollte er machen? Alle erschießen? Wer möchte denn solche Bilder sehen? Dass mal wieder 75 Menschen ertrunken sind, weil sie Hoffnung auf ein besseres Leben hatten, interessiert niemanden so richtig. Stellen wir uns mal vor, Marokko wäre ein Kommunistisches Regime und dann wären Menschen geflohen, dann wäre es wahrscheinlich super, weil sie ja dann in die Freiheit wollten. Aber einfach nur für ein besseres Leben flüchten, das geht natürlich nicht.

Auch unser Kanzler redet nur so wie der orangene Präsident es mag, es könnte ja neue Zölle geben. Wie wäre es eigentlich, wenn wir ihn hier in Europa mal einfach ignorieren, ihm mal zeigen, was wir für eine Macht sind, anstatt ihm immer in den Arsch zu kriechen. Es hatte wohl schon seinen Grund, dass Helmut Kohl und Angela Merkel ihn nicht im Kabinett haben wollten.

Und jetzt kommt mal wieder ein neuer Spalter des Weges, Thorsten Frei. Nun werden die Rentner wieder gegen die anderen Menschen ausgespielt. Wir könnten uns das nicht leisten, eine abschlagsfreie Rente nach 45 Berufsjahren. Solange wir uns Abgeordnete leisten können, die schon nach einem Jahr im Parlament eine Pension bekommen, solange wir uns einen Beamten-Apparat leisten, wo diese nix einzahlen, jedoch Unmengen rausnehmen, solange sollten sie lieber nichts sagen. Aber sie feiern sich, weil sie einmal auf eine Diäten-Erhöhung für sich verzichtet haben, auf eine Erhöhung, wovon sonst viele Menschen einen Monat leben müssen.

Somit treiben sie alle weiter auseinander. Warnen davor, dass Berlin vielleicht zu links werden könnte nach den nächsten Wahlen, haben aber Sachsen-Anhalt scheinbar schon aufgegeben. Da rennen die Menschen zur AfD, was auch sehr merkwürdig ist, es ist so, als ob ein Schwein seinen Metzger wählt. Diese Partei will die gesetzliche Rente und Krankenversicherung abschaffen, man soll sich nur noch privat versichern, quasi wie in den USA. Sie wollen am liebsten alle Ausländer abschieben, dabei funktionieren unsere Pflege und viele Dienstleistungsbereiche nur noch dank vieler Migranten.

Natürlich, wer Scheiße baut, muss bestraft werden, da gibt es auch nicht zwei Meinungen. Nur lassen wir uns doch nicht bitte weiter auseinandertreiben. Schauen wir immer auf das, was uns verbindet, das, was wir schaffen, auch auch auf das, was wir im Leben erreicht haben, in welchem Wohlstand wir leben. Nur ist er eben gefährdet, weil Geld für Waffen ausgegeben wird anstatt für Bildung. Da sollten wir hinsehen. Hier sollten wir auch aufstehen, denn es ist unser Geld, was da verbrannt wird. Ich denke mal, die meisten Menschen haben auch keinen Bock auf Krieg. Lieber ein Sondervermögen für Bildung als für die Bundeswehr. Baut aus den Kasernen doch Wohnungen. Schon mal drüber nachgedacht, wieviel Sprit so ein Panzer braucht? Bleiben wir beieinander, lassen wir uns doch nicht trennen, und lasst uns doch einfach mal eine Regierung wählen, die nicht für Lobbyisten arbeitet, sondern nah am Menschen ist.




Dienstag, 4. August 2026

Gedanken-Brösel 369: Zwischen KuReha, Kürbiskernöl und Kurschatten 😊

Märkische Schweiz, genauer gesagt, hier im wunderschönen Buckow. Meine zweite Reha oder, wie ich sie nenne, mein KuReha, denn es fühlte sich manchmal an wie eine Kur. Es war einfach ganz wunderbar, in besten Händen, dem Leben zuliebe. Besser kann man es eigentlich nicht sagen. Gute Anwendungen, Menschen, die sich um einen kümmern, ohne dabei aufdringlich zu sein. Als Bonus diese traumhafte Landschaft, schöne Wälder mit traumhaften Seen, die immer wieder zu Spaziergängen eingeladen haben. Sicher, man wurde auch schon mal Mückenfutter, aber egal, die Ruhe und Landschaft haben jeden Mückenstich vergessen lassen.

Das Essen, also das gute Essen hier, ob nun in der Klinik oder in der hiesigen Gastronomie. Immer ausgewogen, immer regional. Auch gerne Salate oder auch Vanilleeis mit Kürbiskernöl, einfach nur lecker und gut. Hier wurde auch der Magenseele geschmeichelt, was definitiv der Gesundung half. Dann die vielen guten Gespräche, ob nun beim Frühstück, Mittag oder Abendbrot, sich treffen zum Spazieren oder einfach nur Tischtennis am Abend. Quasi der Kurschatten zum alltäglichen Leben. Hier immer mit Menschen, die irgendwie Gleichgesinnte sind, wo über den Drecks-Tumor gelacht wird, wo es Sätze gibt wie Tumor mit Humor, vielleicht auch immer etwas Galgenhumor. Gleichwohl natürlich auch Ernsthaftigkeit im Gespräch. Auch das einem bewusst wird, dass es Menschen gibt, die man hier kennengelernt hat und wahrscheinlich nicht wiedersieht. Ist ein bisschen so wie Kinderferienlager, da hat man auch gesagt, wir schreiben uns, woraus doch nix wurde.

Wir waren hier zusammen für eine schöne kurze Zeit, teilten Gespräche und Gymnastik, haben uns auch manchmal beim Sport gegenseitig geholfen. Es ist der Kurschatten der Seele, es ist hier und bleibt hier. Nicht das, was man sonst unter Kurschatten versteht. Hier war man im guten Austausch. Ich konnte so richtig Kraft tanken, mich auch mal beim Seelsorger freisprechen, konnte den Tränen guten Raum geben. Gehe definitiv gestärkt mit schönen Rezepten für gesunde Ernährung und Tipps für Frühsport nach Hause. Wohl wissend, dass man nicht alles in den Alltag übernehmen wird, der AlltagsSchweineHund wird schon im Schlusssprung immer mal wieder reinhüpfen. Dennoch bin ich mir sicher, einiges bleibt.

Danke, liebes Reha-Team, ob nun Therapeuten, Küche oder auch die Reinigung. Ihr habt mir unvergessliche schöne Wochen bereitet. Ich komme gerne wieder, denn es gilt nach wie vor: „Fucking Brunhilde“, Du gewinnst nicht! 






Sonntag, 2. August 2026

Gedanken-Brösel 368: Zehn…

2016 war es, also vor gut 10 Jahren! Da wurde mir angeraten: „He, schreib doch mal Deine vielen Gedanken auf, mach doch mal einen Blog.“ Zum Anfang dachte ich mir, kann ich ja mal probieren, aber wen soll das interessieren? Diesen ganzen Wörtertee, den ich da so anrühre, da kann man sich doch nur dran verschlucken oder den Mund verbrennen. Doch 367 Blogs später schreibe ich immer noch. Am Anfang waren es recht naive Texte. Doch es wurde besser. Es gab einen guten 3. Platz im Schreibwettbewerb, Kolumnen in einer Online-Zeitung und einige Texte in diversen Zeitungen.

Ich bin da auch so dankbar, dass viele von Euch meinen Gedankensalat lesen, sich sogar erfreuen. Mit mir gelacht haben. Die Wut über die Dummheit geteilt haben. Auch im Schmerz Trost gaben. Es wurde animiert, doch bitte weiterzuschreiben und auch bitte einmal im Jahr einen Kalender zu machen. Und wenn man so zurücksieht, was in den letzten 10 Jahren passiert ist, was ich alles mit Euch geteilt habe: Trennungen, Krankheiten, auch schwere Trauer und Verlust ebenso wie meine politische Einstellung, auch den ganzen Corona-Kram.

Gleichwohl konnte ich all das Schöne teilen. Sei es der Auszugswunsch von „Brunhilde“, die großartigen Gefühle zu meiner Tochter. Das gewonnene Glück zu meinem Sohn, die Liebe zu meiner Zaubermaus - meiner Enkelin, meine beiden ganz wunderbaren Schwiegerkinder. Auch meinen Fußballverein teilte ich. Eines kann ich mal versprechen, ich schreibe, solange es geht oder bis einer sagt: „Oh, jetzt is och ma jut.“ Und falls mal irgendwie Zeit ist bei dem einen oder anderen, gerne mal von vorne anfangen mit dem Lesen. Hatte ich jetzt auch mal gemacht, von Kopfschütteln über Tränen zu Lachen und Aha! war wirklich alles dabei.

Bis zum nächsten Blog, Brösel!




Freitag, 31. Juli 2026

Gedanken-Brösel 367: Auf dem Weg nach innen...

Da habe ich mich mal auf den Weg gemacht, und zwar auf den Weg zu mir. Der Eine oder Andere wird es vielleicht als Egoismus sehen oder was für ein selbstverliebtes Arschloch ich wäre. Das ist auch okay, das darf sein, ist ja nicht meins. Seit etwas mehr als drei Wochen bin ich nun auf Reha, wie man so schön sagt. Es ist meine zweite Reha, die erste hatte ich aus jetziger Sicht „nur“ abgearbeitet, sah diese als nötig, jetzt über ein Jahr später konnte ich vieles verarbeiten, vieles neu betrachten. Auch „Brunhildes“ unerwünschten Einzug und meine Gegenwehr dann. Ich sage mal, es steht wohl 1:1, wir gehen in die Verlängerung. Eines muss klar sein, ich gebe noch nicht auf, ich habe es auch versprochen vor ein paar Monaten. Meine kleine Enkeltochter stand da, sagte: „Du, der Uropa ist ja doll krank, aber Du, lieber Opa, stirbst nicht!“ Ich sagte einfach nur: „Nein!“ und weinte leise, war dankbar über diese wunderbare Zuneigung.

Mit diesen Gedanken der schönen Art, aber auch mit der Sorge um den Vater ging es zur Reha, begann ich die Reise zu mir. Ich benutze mal ein Zitat von Joschka Breitner (ist eigentlich Karsten Dusse): „Selbstfindung ist keine Suche, Selbstfindung ist Aufräumen.“ Ich möchte mal sagen, das kann auch weh tun. Ich habe Sachen über mich vorgeholt, wo ich sage, das war nicht gut, einige Entscheidungen, die ich getroffen habe, waren schlecht, manche sogar richtig schlimm. Doch es sind auch diese Dinge, die uns am Ende ausmachen, es sind die Entscheidungen, die dazu führten, dass man gemocht, geliebt, akzeptiert wird. Aber auch die Menschen, die sich abgewendet haben, gehören dazu. Ich habe gelernt, nur wenn Du mit Dir klar bist, wenn es Dir gut geht, Du auf Dich aufpasst, erst dann kannst Du für andere gut sein. Ansonsten, wenn man sich hinter Hilfsbereitschaft und dem „da sein für andere“ selbst versteckt, nur damit man es nicht mit sich zu tun hat, wird es einen vielleicht kaputt machen. Damit ist dann am Ende niemandem geholfen, man selbst kann nicht mehr und die anderen Menschen, für die man gerne gegeben hat, sind auch nicht mehr da. Man enttäuscht sich und andere Menschen.

Manch einer sagt, ich möchte ein besserer Mensch werden. Doch was ist das? Schön wäre, so meine ich, wenn wir alle etwas achtsamer mit allem umgehen. Ich habe hier so viel Zeit mit mir bekommen, hab viel in mich gehört, viel mit anderen Menschen reden können. Ich habe viele positive Energie bekommen, konnte auch viel geben. Liegt vielleicht daran, dass wir hier irgendwie alle in Verlängerung mit „Brunhilde“ sind, bei dem einen oder anderen sogar schon die Verlängerung der Verlängerung. Ich habe Zeitinseln kennengelernt, eine wichtige Erkenntnis. Sich Zeit nur für sich zu nehmen, das kann mal nur für ein paar Minuten sein, aber auch ein Wochenende oder sogar Wochen. Kraft tanken, Dinge sortieren, auch in schöne Erinnerungen zu gehen.

Ich glaube wirklich, wenn wir gut zu uns selbst sind, haben Hass, Neid und Missgunst keine Chance. Am Anfang muss ich mich erst einmal mögen, mich lieben, erst dann kann ich dieses auch weitergeben. Ich kann sagen, dass ich mich oft nicht mochte, ich mir egal war, Maske auf und rausgegangen bin. Hab gesoffen, hab geraucht, hab enttäuscht, auch meine Kinder enttäuscht, bin heute so dankbar, so glücklich, dass sie da sind. Gilt auch für meine Freunde, die nicht weggerannt sind, obwohl ich bestimmt hin und wieder eine Zumutung war. Für mich habe ich erkannt, es tut gut bei sich zu sein, was man an Positivem erfährt, kann man auch gut zurück- bzw. weitergeben. Und falls mal wieder etwas Schlechtes kommt an Gedanken, diese vielleicht einfach mal aufschreiben, Pflaster aufkleben, dann sind sie vielleicht weg. Also Armdrücken, sich immer in die Arme nehmen und nicht gegeneinander- oder auch nicht mit sich kämpfen.




Freitag, 24. Juli 2026

Gedanken-Brösel 366: Habt Ihr eigentlich mal gefragt… ??

Habt Ihr gefragt, ob wir das gut finden, dass Ihr unser Geld für Waffen ausgebt? Also ich kann mich nicht erinnern. Warum macht Ihr das denn? Und wozu? Bevor Ihr drüber nachdenkt, solltet Ihr mal lieber auf einen Friedhof gehen, einen für Kriegsgräber, und Euch die Namen und das Alter der Gefallenen ansehen. Vielleicht versteht ihr dann endlich mal, wie sinnlos Kriege sind, wie sinnlos Waffen sind. Kommt mir bitte nicht damit: Aber die anderen Länder haben doch auch welche, die sind doch alle böse, vorzugsweise der Russe oder Chinese.

Ja, diese Regierungen haben auch alle ein „Ei“ auf dem Kopf und Großmacht-Fantasien. Doch hat es bis jetzt was gebracht? Nein, hat es nicht, außer Tod, Elend und Vertreibung. Hat irgendjemand was davon? Ja, die Rüstungsindustrie und wahrscheinlich die lieben Regierenden, die von diesen Konzernen Aktien besitzen. Doch eines sollte Euch klar sein, Panzer etc. kann man nicht essen. Wenn alles kaputt und verseucht ist, würdet auch Ihr an Eurem Scheiß-Geld ersticken. Wie wäre es denn mal mit nachdenken? Darüber nachzudenken, ob es nicht mehr Sinn macht, das gute, hart erarbeitete Steuergeld für die Menschen auszugeben, die es erwirtschaften. Mal einfach das Gesundheitssystem vernünftig auszustatten, anstatt Kasernen zu bauen. Lieber mal in Bildung für alle zu investieren anstatt in U-Boote. Lieber eine vernünftige Infrastruktur als Raketen. Auch mit sauberer Energie lässt sich Geld verdienen.

Menschen, die zufrieden sind, die keine Angst haben müssen davor, ob sie ihre Kinder noch gut ernähren können, sich im Alter auch noch was leisten können, werden nicht Populisten folgen. Ihr nennt euch Eliten, Ihr denkt, Ihr habt vielleicht am Stein der Weisheit geleckt. Ich glaube, Ihr wart am falschen Stein, eher da, wo ein Hund ran gepinkelt hat. Fragt doch mal direkt bei der nächsten Wahl vorher, ob wir Waffen wollen oder lieber gute Schulen und Krankenhäuser, holt Euch doch mal die Legitimation für Euer Handeln. Davor habt Ihr aber wahrscheinlich Angst, Befürchtungen, die Macht zu verlieren, doch das wird bestimmt auch so passieren. Dauert vielleicht etwas länger, aber es wird kommen und dann wird es ganz traurig.

Aber Ihr denkt ja lieber darüber nach, unsere Arbeitszeit zu flexibilisieren, unser Renteneintrittsalter zu erhöhen, während Ihr Euch vorher schön mit Pensionen und Abfindungen ausgestattet habt. Ihr benutzt den Staat als Selbstbedienung für Euch, Ihr verlangt, dass wir den Gürtel enger schnallen, während Ihr Euch größere Hosen kauft. Macht verdammt noch mal Euren Job, macht ihn für die Menschen und nicht gegen sie. Denkt mal drüber nach, wir verdienen das Geld, was Ihr Euch nehmt.




Montag, 20. Juli 2026

Gedanken-Brösel 365: Seine letzte Fußballweltmeisterschaft…

Ich meine hier mal nicht Messi, Ronaldo, Nagelsmann oder Deschamps. Nein, ich spreche von meinem Vater, auch ein großer Fußballer, für mich auf jeden Fall, für mich quasi der größte Spieler überhaupt. Er hat mich als Kind mitgenommen zu seinen Spielen. Ich durfte zusehen, durfte mich auch mal mit ins Tor stellen. Und sie haben mir immer so die Bälle zugeschossen, dass ich auch einen Schuss halten konnte. Selbst als ich noch im Kinderwagen lag, wurde ich mitgenommen, denn wo sollten meine Eltern mich auch hingeben? Also kam das Kind mit. Nach dem Spiel wurde ich auf dem Tresen in der „Molle“ in Wilhelmsruh gewickelt.

Fußball war immer da, spielte eine große Rolle bei uns in der Familie. Mein Urgroßvater war bei Preußen Bavaria, später nach dem Krieg erst bei Vorwärts Berlin, dann war er bei Dynamo. Als er nicht mehr spielen konnte, riss er die Karten ab. Mein Opa spielte auch immer Fußball, bei Nordring Berlin, dann später bei Bergmann Borsig.

Das alles machte auch mein Vater, seit er vier Jahre alt war bis zu seinem 79. Lebensjahr, quasi spielte er in allen Altersgruppen. Man könnte meinen, ich hätte das Talent bekommen, nein, leider war das nicht so. Sicher, ich spielte auch in all diesen Vereinen, Nordring oder Bergmann Borsig, doch es reichte nicht. Nun hat mein Vater auch diese Scheißkrankheit, und ich kann täglich von ihm Abschied nehmen. Richtig laufen geht nur noch beschwerlich, die Unterhaltungen werden kürzer. Es kommt eine Traurigkeit, gleichwohl auch der Wunsch nach Erlösung. Er war ein Kerl wie ein Baum, und ich dachte den „Alten“ wirst Du mal im Mittelkreis beerdigen müssen.

Doch das Leben hat eben oft einen anderen Plan. Für mich war er immer mehr als nur mein Vater, er war mein Freund, er war auch der, mit dem ich streiten konnte. Wir haben uns manche Wortschlacht geliefert, doch immer wieder zueinander gefunden. Er hat mir geholfen, als er mir Scheiße ging. Auch als ich selbst an Krebs erkrankte, war es für ihn wichtig, mich zur Chemotherapie zu fahren. Es hat ihn fast zerrissen, dass ich erkrankte, dann der Tod seiner „Kleenen“, meiner Mutter, schmerzte so sehr, ließ uns noch näher zusammenrücken. Doch jetzt liegt es an mir, ihn auf seinem letzten Weg zu begleiten, einfach noch ein paar Stunden zu haben. Auch wenn er jetzt schon mal sagte: „Nun ist es mal genug mit dem Leben, die „Kleene“ fehlt mir und Du, mein Junge, wirst mir fehlen.“ So ein Satz kann auch Hoffnung machen. Ist vielleicht doch nicht alles danach vorbei, und wir sehen uns alle wieder und spielen dann bestimmt wieder Fußball, auch wenn es jetzt keine schöne WM war. Doch das Finale gehört meinem Vater. Papa, ich liebe Dich, ich halte noch etwas Deine Hand, bis es so weit ist. Danke für die schönen Jahre. Danke an die lieben Menschen im Hospiz, die sich so wundervoll um ihn kümmern.




Samstag, 18. Juli 2026

Gedanken-Brösel 364: Na danke, ZDF und CDU…

Oh, ich höre sie schon jubeln, alle Freunde der Affen für Deutschland und sonstiger rechter Ideologien. Da werden die Sektkorken knallen, nur leider nicht auf ihre Köpfe. Das ZDF nimmt eine Einladung von einem Künstler zurück, weil sie darin einen Aufruf zur Gewalt sieht. Ist ja nicht das erste Mal, dass sich für „links“ bekennende Künstler ausgeladen werden. Diesmal Danger Dan, doch das gab es schon bei Feine Sahne Fischfilet oder Jennifer Rostock. Ja, sie sind klar gegen Nazis und Faschisten, und das scheint natürlich nicht richtig zu sein, immer fein nach dem Motto RECHTS VOR LINKS, und das nicht nur im Straßenverkehr.

Liebes ZDF, ständig gebt Ihr diesen Brandstiftern von rechts Sendezeit, sie werden zu Talkshows eingeladen, können ihren Mist da prima in den Äther schicken, auch werden sie stets und ständig in den Nachrichten gut bedacht, während man versucht, linke Meinungen als postsozialistische Ideen abzustempeln. Linke werden mit der DDR verglichen und als ewig Gestrige bezeichnet, während die Meinung von rechts immer mehr Gehör finden kann und das doch eigentlich eine Ideologie von mehr als vorgestern ist. Ihr bewegt euch als Brandbeschleuniger, die das Land immer mehr auseinander treiben.

Genau wie die CDU und ihr Herr Spahn, der für sich auch in Anspruch nimmt, was er für andere nicht möchte, sogar verbietet. Anstatt hier mal ordentlich die Grenze zu zeigen und den Rücktritt zu fordern oder ihn sogar vor die Tür zu setzen und ihn mal in der Pflege arbeiten zu lassen. Vielleicht setzt er sich ja dann auch auf den Bettrand und fragt sich: „Passt das heute für mich?“. Bei all dem Mist, den ihr da verzapft, wundert Ihr Euch noch, dass die Blau-Braunen so erstarken. Und sollte es in Sachsen-Anhalt zur absoluten Mehrheit kommen, werdet Ihr bestimmt wieder sagen: Der Osten ist schuld bzw. die DDR, weil sie freiheitliche Werte vertreten hatte. Doch das Ihr immer alte Nazis in Euren Reihen hattet, den Nationalsozialismus nie aufgearbeitet hattet, ihm immer Raum geben habt und es weiter macht, davon wollt Ihr nichts hören. Vielleicht ist es an der Zeit, mal aufzuwachen, sonst wird es eben nicht dunkel sondern braun.