Donnerstag, 5. November 2026

Gedanken-Brösel 374: Als würde man in den Rückspiegel schauen...

Es ist wie immer, das Jahr neigt sich dem Ende. In den Geschäften leuchten schon gefühlt seit dem Sommer die Weihnachtsartikel. Versicherungen rufen an und erklären mir wie jedes Jahr, dass es jetzt noch mal gut wäre, eine Versicherung abzuschließen. Der Unterschied zu vielen Jahren davor ist, damals waren es kapitalbildende Versicherungen, jetzt sind es Sterbeversicherungen.

2026, nun bist Du bald vorbei. Sicher hat da auch jeder Mensch seine eigene Sicht auf das Jahr, und ob es ein gutes oder vielleicht auch schwereres Jahr war, das entscheidet jede Person für sich. Für mich war von allem etwas dabei. Wie z. B. habe ich schöne Reisen gemacht, auch eine Reise ins eigene Innere unternommen. Mit meinen Kindern etwas unternommen, mein Enkelkind ordentlich geherzt. Noch etwas Zeit mit meinem Vater verbracht, bevor ich ihn auf seine letzte Reise verabschiedet hatte. Auch im privaten Eigenleben wurden noch einmal Veränderungen eingeleitet.

Doch auch der Blick auf das Leben im Allgemeinen gehört dazu, wohin gehen wir als Gesellschaft? Treiben wir auseinander, hören wir uns nicht mehr zu, nehmen Hass und Missgunst weiter zu? Oder kriegen wir es vielleicht doch wieder hin und bekommen mal eine Regierung, die sich in Wirklichkeit für ihr Volk interessiert? Welche mal echte Reformen anstrebt, wo alle Menschen etwas davon haben und nicht nur 10% der Bevölkerung? Bitte damit aufhören, uns zu erklären, dass wir uns das Leben nicht mehr leisten können, während sie sich alles gönnen. Gebt doch bitte einfach Geld für Bildung und Soziales aus und nicht für Waffen, dafür wurdet ihr nicht gewählt. Vielleicht kann ich nächstes Jahr hierzu mal was anderes schreiben.

Sport hatten wir ja auch in diesem Jahr, eine ganz merkwürdige Fußball-WM der Männer. Man konnte schön den Ausverkauf des Sportes sehen und wie sich ein Präsident einfach mal so einmischte, um einen Vorteil für sein Team zu bekommen.

Die Natur scheint sich an uns zu rächen, Hitze, Trockenheit und Überschwemmungen nehmen weltweit zu. Ich hoffe auch hier, dass wir das mal hinbekommen und nicht nur aus Profitgier weiter ignorieren, sonst brauchen wir keine Sterbeversicherungen mehr, da werden wir einfach davongespült.

Doch ich glaube wirklich, dass wir das alles hinbekommen. Dass es eine gerechtere Welt gibt, vielleicht nicht gleich nächstes Jahr, aber noch zwei, drei Katastrophen, dann wird das was. Also ich fand das Jahr 2026 „SCHLIMMSCHÖN“, es war von allem etwas dabei.

Nun freue ich mich auf einen wunderschönen Abschluss von 2026. Bald werden die ersten Kerzen angezündet, etwas später brennt der Baum, dann fliegen Raketen und es wird angestoßen. Und dann geht es hoffnungsvoll von vorne los. Also bleibt ALLE gesund, genießt das Leben, lasst Euch Euren Lebensweg von Glücksmomenten pflastern. Eines ist mal sicher, es gibt keinen Nachschlag auf das Leben, deshalb nehmt Euch in die Arme, stoßt Euch nicht einander zurück. DAS LEBEN WILL GELEBT SEIN.




Sonntag, 25. Oktober 2026

Gedanken-Brösel 373: Ich könnte…

Liebermann sagte einmal: „Ich kann gar nicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte.“ Sicherlich eine harte Aussage, er sagte es nach dem Fackelaufzug der SA, als Hitler an die Macht kam. Ob die Zeiten heute genauso schlimm sind wie damals, weiß ich nicht, ich war ja nicht dabei, kenne auch nur die Geschichte bzw. Überlieferung. Doch was auffällt: Die Gesellschaft geht auseinander. Damals war es wohl auch so, dass hauptsächlich gegen „links“ vorgegangen wurde. Die Zentrumspartei (Vorgänger der CDU) war eben maßgeblich daran beteiligt, dass Hitler an die Macht gebracht wurde. Ein Herr von Papen meinte noch, in drei Monaten wäre Hitler so in die Ecke gedrückt, dass es quietschen würde, doch das Ergebnis kennen wir.

Und heute: Der Kanzler wettert über die Linke in Berlin und warnt die SPD und die Grünen davor, mit den Linken zu regieren. Er lenkt schön ab von seinem Debakel in MV und Sachsen-Anhalt. Er beschimpft die Linke als Antisemiten. Ja, es gibt diese Vollidioten in der Linkspartei, aber eben auch nicht mehr als in anderen Parteien. Da wäre gerade die CDU, die eben mal die Gelder für die Stolpersteine gestrichen hat.

Ein Kanzler, der alle Menschen beleidigt, wo es nur geht, der sich wundert, dass die meisten Menschen nicht privat krankenversichert sind, der öffentlich sagt, wenn die Menschen nicht genug für die Rente haben, sollen sie sich doch ein Aktien-Depot zulegen. Welcher Realitätsverlust ist eigentlich in seinem Kopf? Seine Partei, die sich Christlich-Demokratische Union nennt oder doch lieber Club der Unternehmer, denn mal ganz im Ernst, was tut die Regierung gerade für UNS, also außer uns zu entzweien? Sie streichen bei der Kindergrundsicherung, doch große Vermögen werden geschützt, sie streichen bei den Bildungsausgaben, kürzen bei der Krankenversicherung. Sie wollen die Rente nach 45 Arbeitsjahren abschaffen, sich aber alle naselang eine kleine Erhöhung ihrer Bezüge gönnen, ohne dafür einzuzahlen - versteht sich.

Sie verkaufen uns ihre Streichung als Reform. Doch sie verändern ja nichts, sie kürzen eben nur. Bringen die Menschen gegen sich auf. Und wenn sie dann demonstrieren, sind es alles Linksradikale. Also wenn gute Bildung, sicheres und bezahlbares Wohnen, vernünftige Krankenversorgung, ein sorgenfreier Ruhestand, wenn diese Dinge linksradikal sind, dann bin ich gerne linksradikal. Diese Regierung muss weg, finde ich, wir müssen bzw. sollten einen Weg beschreiten, wo alle ein gutes Dasein haben. Letztendlich bezahlen wir diesen ganz „Bums“. Wir brauchen keine Panzer etc., sondern gute Bildung sowie eine gerechte Daseinsvorsorge. Wir brauchen keine Hetze, sondern ein gutes Miteinander. Sonst ist es so, wie wenn man sich nicht die Zähne putzen würde – am Ende wird es braun.




Mittwoch, 9. September 2026

Gedanken-Brösel 372: Das Leben ist schnell genug…

Welch eine Weisheit, die ich gerade auf einer Untertasse entdeckte. Hier bei einem Kaffee, ganz in Ruhe nach dem Wandern mit Freunden. Wieder zu Gast bei Anni & Sepp. Der eine oder andere Leser mag sich erinnern, im Juni schrieb ich schon einmal über diesen wunderbaren Ort, über diese herzlichen Menschen.

Und was soll ich sagen, der Zauber ist immer noch da, und er wird bestimmt auch nicht vergehen, hier im Gasthof zum Spitzbauer. Genau hier findet man Ruhe, bekommt ganz wunderbar den Kopf frei. Man wird mit so gutem Essen verwöhnt, immer mit einem Lächeln bedacht, und das Kuriose ist, es ist immer gutes Wetter hier, selbst wenn es regnet. Denn hier, wenn man ruhig ist, klingt der Regen wie Applaus. Sind wir doch mal ehrlich, wir brauchen solche Orte, wo wir uns mit unseren Gedanken auch mal zurückziehen können, wo uns keiner auf den Sack geht. Wo man einfach sein kann, nichts beweisen muss, das Einzige, was man machen muss, ist höflich sein und genießen.

Dann kann man auch die Schwere des Lebens, die uns oft erreicht, besser verarbeiten, bekommt ihn wirklich frei, den Kopf, und auch Sachsen-Anhalt ist eben dann nur noch Sachsen-Anhalt. Ja klar, es ist schlimm oder nicht schön, dass die AfD gewonnen hat. Doch was ist passiert, wenn man den Fernseher anmacht oder auch hier die Zeitung liest, könnte man glauben, es beginnt eine Ausreisewelle, und die Verfolgung hat begonnen. Und was ist eigentlich unsere Antwort, mit uns meine ich all die Menschen, die gegen die AfD sind, also die anderen Parteien. Nur vor dem bösen Wolf zu warnen, hat schon bei Rotkäppchen nicht geholfen. Wie wäre es mal damit, die Menschen ernst zu nehmen und vernünftige Lösungen anbieten, damit meine ich nicht, die Themen der Blaubraunen anzunehmen.

Aber gut, ich lasse mich im Augenblick lieber hier von Anni & Sepp verwöhnen. Genieße das leckere selbstgemachte Essen. Trinke gemütlich einen Kaffee, ganz entspannt. Denn wie gesagt, das Leben ist ja schnell genug. Gebe ich Ihm einfach etwas Ruhe, bevor es wieder zurück geht. Hier beim Spitzbauer ist für mich ein Sehnsuchtsort. Man ist noch nicht um die erste Ecke gefahren, da mag man lieber wieder zurückfahren. Es ist hier Reha für Kopf, Seele & Herz.

Danke Euch Beiden für Eure Herzlichkeit, dafür, dass wir immer wieder hier Gast sein dürfen, wir Ruhe von dem Alltag finden dürfen. Danke immer wieder für das leckere Essen und die mit Liebe gereichten Getränke.

 


 

 

Samstag, 22. August 2026

Gedanken-Brösel 371: Wenn ein Mensch…

„Wenn ein Mensch kurze Zeit lebt, sagt die Welt, dass er zu früh geht. Wenn ein Mensch lange Zeit lebt, sagt die Welt, es ist Zeit, dass er geht.“ Diese Zeilen von den Puhdys habe ich nun seit ein paar Tagen im Kopf. Die Frage ist, wann ist zu früh oder zu lange? Sicher, wenn ein junger Mensch oder Kinder sterben, ist das definitiv zu früh.

Doch darum geht es wohl nicht, sondern um das „Gehen“ von Menschen im normalen Alltag, in dieser ganz gewöhnliche Zeit. Wenn der Verlust eines Menschen, den man geliebt oder geschätzt hat, eintritt. Wenn der Augenblick kommt, ist es definitiv „Scheiße“, man weiß mit seinen Gefühlen überhaupt nicht, wohin. Es kommt Schmerz, es kommt Leere, es kommt Trauer, es kommt Liebe, und das alles auf einmal. Jedenfalls ging mir das jetzt so, als mein Vater gegangen ist, als er sich auf den Weg gemacht hat zu seiner „Kleenen“, zu seiner Mausi, wie er sie genannt hat, meine Mutter.

Was ist ein würdiger Abschied, wie gestaltet man diesen? Mein Vater hat sich für das Hospiz entschieden. Das Theodorus-Hospiz am Blumberger Damm 231. Und es war eine so gute Entscheidung für ihn. Sicher, als er mir sagte, er geht jetzt ins Hospiz, dachte ich auch: WARUM??? Natürlich wusste ich warum, so ein Drecks-Hirntumor ist eben kein Schnupfen. Und er hat echt gekämpft, hat dafür gesorgt, dass wir alle noch eine schöne Zeit hatten. Mein ganz besonderer Dank geht nun an die lieben Schwestern, Pfleger, Ärzte sowie an das Service-Personal und auch an die ehrenamtlichen Mitarbeiter. Menschen, die ihre „Gäste“ mit so viel Liebe, mit Ruhe begleiten, alles tun, was in ihrer Macht steht, für die Menschen dort. Die immer auch einen Kaffee für die Angehörigen bereithalten, gerne ihre Schulter zum Ausweinen geben, immer ein Taschentuch reichen. Ich bin ihnen so dankbar für das, was sie alle geleistet haben und immer wieder täglich leisten.

DDDDAAAAANNNKKKEEEE, dass mein Vater bei ihnen sein dürfte, DANKE für den würdigen Abschied, den sie ihm bereitet haben. Natürlich können sie den Schmerz, der nun in mir ist, nicht nehmen. Doch sie haben dafür gesorgt, dass ich nicht zerplatze, weil sie sich eben so liebevoll um meinen Vater gekümmert haben. So, mein lieber Vater, DANKE, dass Du immer für mich da warst, DANKE, dass ich Dich auf Deiner letzten Reise begleiten durfte. 





Mittwoch, 5. August 2026

Gedanken-Brösel 370: Wie wäre es mal miteinander…

Man könnte meinen, was für schlimme Zeiten! Höre ich auch ganz oft, genauso Sätze wie: Schlimmer als in Corona Zeiten. Aber ist das auch wirklich so? Ich denke mir dabei, wer nicht auch mal für Veränderungen bereit ist, immer das Schlechte nach vorne nimmt, der kann das Gute und Schöne nicht bewahren, nicht schätzen.

Sicherlich, es ist nicht einfach. Und wenn ich auf unsere „Altvorderen“ schaue, unsere Regierung sehe, die nun nicht wirklich Verbindendes für ihr Wahlvolk tut, immer noch eins draufsetzt. Wenn ich Herrn Dobrindt im Fernsehen sehe, denke ich ständig, das wäre ein Typ aus dem alten SED-Zentralkomitee-Kader. Dabei hat er schon damals als Verkehrsminister viel Unsinn gemacht. Jetzt meckert er über den spanischen Ministerpräsidenten, weil der angeblicher Weise seine Grenze nicht im Griff hat. Weil viele Marokkaner gekommen sind, die zwar fast alle wieder weg sind. Was sollte er machen? Alle erschießen? Wer möchte denn solche Bilder sehen? Dass mal wieder 75 Menschen ertrunken sind, weil sie Hoffnung auf ein besseres Leben hatten, interessiert niemanden so richtig. Stellen wir uns mal vor, Marokko wäre ein Kommunistisches Regime und dann wären Menschen geflohen, dann wäre es wahrscheinlich super, weil sie ja dann in die Freiheit wollten. Aber einfach nur für ein besseres Leben flüchten, das geht natürlich nicht.

Auch unser Kanzler redet nur so wie der orangene Präsident es mag, es könnte ja neue Zölle geben. Wie wäre es eigentlich, wenn wir ihn hier in Europa mal einfach ignorieren, ihm mal zeigen, was wir für eine Macht sind, anstatt ihm immer in den Arsch zu kriechen. Es hatte wohl schon seinen Grund, dass Helmut Kohl und Angela Merkel ihn nicht im Kabinett haben wollten.

Und jetzt kommt mal wieder ein neuer Spalter des Weges, Thorsten Frei. Nun werden die Rentner wieder gegen die anderen Menschen ausgespielt. Wir könnten uns das nicht leisten, eine abschlagsfreie Rente nach 45 Berufsjahren. Solange wir uns Abgeordnete leisten können, die schon nach einem Jahr im Parlament eine Pension bekommen, solange wir uns einen Beamten-Apparat leisten, wo diese nix einzahlen, jedoch Unmengen rausnehmen, solange sollten sie lieber nichts sagen. Aber sie feiern sich, weil sie einmal auf eine Diäten-Erhöhung für sich verzichtet haben, auf eine Erhöhung, wovon sonst viele Menschen einen Monat leben müssen.

Somit treiben sie alle weiter auseinander. Warnen davor, dass Berlin vielleicht zu links werden könnte nach den nächsten Wahlen, haben aber Sachsen-Anhalt scheinbar schon aufgegeben. Da rennen die Menschen zur AfD, was auch sehr merkwürdig ist, es ist so, als ob ein Schwein seinen Metzger wählt. Diese Partei will die gesetzliche Rente und Krankenversicherung abschaffen, man soll sich nur noch privat versichern, quasi wie in den USA. Sie wollen am liebsten alle Ausländer abschieben, dabei funktionieren unsere Pflege und viele Dienstleistungsbereiche nur noch dank vieler Migranten.

Natürlich, wer Scheiße baut, muss bestraft werden, da gibt es auch nicht zwei Meinungen. Nur lassen wir uns doch nicht bitte weiter auseinandertreiben. Schauen wir immer auf das, was uns verbindet, das, was wir schaffen, auch auch auf das, was wir im Leben erreicht haben, in welchem Wohlstand wir leben. Nur ist er eben gefährdet, weil Geld für Waffen ausgegeben wird anstatt für Bildung. Da sollten wir hinsehen. Hier sollten wir auch aufstehen, denn es ist unser Geld, was da verbrannt wird. Ich denke mal, die meisten Menschen haben auch keinen Bock auf Krieg. Lieber ein Sondervermögen für Bildung als für die Bundeswehr. Baut aus den Kasernen doch Wohnungen. Schon mal drüber nachgedacht, wieviel Sprit so ein Panzer braucht? Bleiben wir beieinander, lassen wir uns doch nicht trennen, und lasst uns doch einfach mal eine Regierung wählen, die nicht für Lobbyisten arbeitet, sondern nah am Menschen ist.




Dienstag, 4. August 2026

Gedanken-Brösel 369: Zwischen KuReha, Kürbiskernöl und Kurschatten 😊

Märkische Schweiz, genauer gesagt, hier im wunderschönen Buckow. Meine zweite Reha oder, wie ich sie nenne, mein KuReha, denn es fühlte sich manchmal an wie eine Kur. Es war einfach ganz wunderbar, in besten Händen, dem Leben zuliebe. Besser kann man es eigentlich nicht sagen. Gute Anwendungen, Menschen, die sich um einen kümmern, ohne dabei aufdringlich zu sein. Als Bonus diese traumhafte Landschaft, schöne Wälder mit traumhaften Seen, die immer wieder zu Spaziergängen eingeladen haben. Sicher, man wurde auch schon mal Mückenfutter, aber egal, die Ruhe und Landschaft haben jeden Mückenstich vergessen lassen.

Das Essen, also das gute Essen hier, ob nun in der Klinik oder in der hiesigen Gastronomie. Immer ausgewogen, immer regional. Auch gerne Salate oder auch Vanilleeis mit Kürbiskernöl, einfach nur lecker und gut. Hier wurde auch der Magenseele geschmeichelt, was definitiv der Gesundung half. Dann die vielen guten Gespräche, ob nun beim Frühstück, Mittag oder Abendbrot, sich treffen zum Spazieren oder einfach nur Tischtennis am Abend. Quasi der Kurschatten zum alltäglichen Leben. Hier immer mit Menschen, die irgendwie Gleichgesinnte sind, wo über den Drecks-Tumor gelacht wird, wo es Sätze gibt wie Tumor mit Humor, vielleicht auch immer etwas Galgenhumor. Gleichwohl natürlich auch Ernsthaftigkeit im Gespräch. Auch das einem bewusst wird, dass es Menschen gibt, die man hier kennengelernt hat und wahrscheinlich nicht wiedersieht. Ist ein bisschen so wie Kinderferienlager, da hat man auch gesagt, wir schreiben uns, woraus doch nix wurde.

Wir waren hier zusammen für eine schöne kurze Zeit, teilten Gespräche und Gymnastik, haben uns auch manchmal beim Sport gegenseitig geholfen. Es ist der Kurschatten der Seele, es ist hier und bleibt hier. Nicht das, was man sonst unter Kurschatten versteht. Hier war man im guten Austausch. Ich konnte so richtig Kraft tanken, mich auch mal beim Seelsorger freisprechen, konnte den Tränen guten Raum geben. Gehe definitiv gestärkt mit schönen Rezepten für gesunde Ernährung und Tipps für Frühsport nach Hause. Wohl wissend, dass man nicht alles in den Alltag übernehmen wird, der AlltagsSchweineHund wird schon im Schlusssprung immer mal wieder reinhüpfen. Dennoch bin ich mir sicher, einiges bleibt.

Danke, liebes Reha-Team, ob nun Therapeuten, Küche oder auch die Reinigung. Ihr habt mir unvergessliche schöne Wochen bereitet. Ich komme gerne wieder, denn es gilt nach wie vor: „Fucking Brunhilde“, Du gewinnst nicht! 






Sonntag, 2. August 2026

Gedanken-Brösel 368: Zehn…

2016 war es, also vor gut 10 Jahren! Da wurde mir angeraten: „He, schreib doch mal Deine vielen Gedanken auf, mach doch mal einen Blog.“ Zum Anfang dachte ich mir, kann ich ja mal probieren, aber wen soll das interessieren? Diesen ganzen Wörtertee, den ich da so anrühre, da kann man sich doch nur dran verschlucken oder den Mund verbrennen. Doch 367 Blogs später schreibe ich immer noch. Am Anfang waren es recht naive Texte. Doch es wurde besser. Es gab einen guten 3. Platz im Schreibwettbewerb, Kolumnen in einer Online-Zeitung und einige Texte in diversen Zeitungen.

Ich bin da auch so dankbar, dass viele von Euch meinen Gedankensalat lesen, sich sogar erfreuen. Mit mir gelacht haben. Die Wut über die Dummheit geteilt haben. Auch im Schmerz Trost gaben. Es wurde animiert, doch bitte weiterzuschreiben und auch bitte einmal im Jahr einen Kalender zu machen. Und wenn man so zurücksieht, was in den letzten 10 Jahren passiert ist, was ich alles mit Euch geteilt habe: Trennungen, Krankheiten, auch schwere Trauer und Verlust ebenso wie meine politische Einstellung, auch den ganzen Corona-Kram.

Gleichwohl konnte ich all das Schöne teilen. Sei es der Auszugswunsch von „Brunhilde“, die großartigen Gefühle zu meiner Tochter. Das gewonnene Glück zu meinem Sohn, die Liebe zu meiner Zaubermaus - meiner Enkelin, meine beiden ganz wunderbaren Schwiegerkinder. Auch meinen Fußballverein teilte ich. Eines kann ich mal versprechen, ich schreibe, solange es geht oder bis einer sagt: „Oh, jetzt is och ma jut.“ Und falls mal irgendwie Zeit ist bei dem einen oder anderen, gerne mal von vorne anfangen mit dem Lesen. Hatte ich jetzt auch mal gemacht, von Kopfschütteln über Tränen zu Lachen und Aha! war wirklich alles dabei.

Bis zum nächsten Blog, Brösel!