Montag, 14. Oktober 2019

Schlimm!

Da sollte niemand sagen: Das haben wir nicht kommen sehen! Seit Jahrzehnten laufen diese rechten Scharfmacher durch die Lande, erzählen Unfug, bolzen rum, benehmen sich wie die „Axt im Walde“ (z. B. bei der Trauerminute für Werner Lübcke bleib ein AfD-Abgeordneter blöd sitzen und telefonierte). Bernd „Björn“ Höcke meinte, das Holocaust-Mahnmal in Mitte sei ein Ort der Schande, und es müsse mal mit sowas aufgehört werden. Der Pegida-Heini Bachmann spricht von Volksschädlingen etc., Frau Weigel von Messermännern, die mordend durch die Lande ziehen, und von Kopftuchmädchen. Andere reden offen davon, dass Immobilienunternehmen von Besitzern jüdischer Herkunft in Berlin die Preise diktieren würden. Da war es wohl nur eine Frage der Zeit, bis sich ein Typ berufen fühlt, mal einfach so zu morden. Und damit nicht genug. Am Tag nach den Morden in Halle titelte die Bild-Zeitung „Mordanschlag auf Juden“, anstatt zu schreiben, auf jüdische Menschen oder Anschlag auf unsere Zivilgesellschaft.

Und die Zeitungen sind voll mit dem Täter, seinem Motiv, seinen Hintergründen, seinem Wirken am Computer usw. Wir räumen ihm viel zu viel Raum ein, er bekommt so viel Aufmerksamkeit. Er ist doch kein Märtyrer, er ist ein Verbrecher! Und so wird ihm noch eine „Bühne“ geboten. Da wäre es doch besser, nach diesem schrecklichen Geschehen in Halle das Internet einfach mal ein paar Tage komplett abzustellen, wie die heute-Show empfohlen hatte! Leider gibt es immer eine schweigende Masse, denen das alles egal ist, und darum haben solche Rechten immer ein leichtes Spiel!

Aber wehe, wenn ein Ausländer oder linksorientierter Mensch etwas machen würde (was nicht bedeutet, dass ich es entschuldigen würde), dann ist das Geschrei immer groß. Als aber deutsche Jugendliche auf ein Mädchen aus Syrien uriniert hatten in der Bahn, ist niemand aufgestanden. Es hieß sogar: Wäre sie doch zu Hause geblieben, dann wäre das nicht passiert.

Ich denke, wir alle, die wie klar denken, sollten zusammen stehen und aufstehen gegen den Hass. Denn ein dummer Mensch ist ein dummer Mensch, egal wo er herkommt. Verbrechen haben nichts mit der Herkunft zu tun. Ein Verbrechen ist und bleibt ein Verbrechen!



Freitag, 4. Oktober 2019

Gedanken-Brösel, Folge 28-2019: Brückenpfeiler des Lebens

Manchmal denkt man, sie werden ewig leben, denn sie waren schon immer da. Und doch, auf einmal, kommen Nachrichten wie: Karel Gott ist tot. Jetzt bin ich sicherlich kein großer Schlagerfan, dennoch erschütterte mich diese Nachricht. Seit den frühesten Kindestagen, seit ich denken kann, gab es ihn, die goldene Stimme aus Prag. Und ich könnte meinen, er begleitete mich mein Leben lang, und nun ist er nicht mehr da.

Jetzt will ich hier aber keinen Nachruf schreiben, sondern mir fiel dabei die eigene Vergänglichkeit auf und dass es einfach so ist, dass Menschen von uns gehen. Sicherlich ist der Vorteil bei Künstlern, wir können ihre Werke weiterhin lesen, hören, sehen – auch nach ihrem Ableben. Dramatischer wird es dann wohl, wenn die Einschläge doch näher kommen und uns nahe stehende „Brückenpfeiler“, „Felsen in der Brandung“ plötzlich nicht mehr da sind, wenn Partner, Großeltern, Eltern von uns gehen. Sicher, so ist das Leben, und wir sind bestimmt auch für andere Menschen ein Brückenpfeiler und eine Stütze. Dies soll auch kein Trauerblog werden, sondern eher ein lebensbejahender Text.

Tut es denn nicht gut, sich nach solchen Nachrichten ins Bewusstsein zu rufen und darüber nachzudenken, dass jeder von uns einzigartig ist und dass das Leben so viel Schönes bieten kann? Und dass Hass, Neid und Missgunst eigentlich keinen Platz in unserem Leben haben sollten. Dass es auch immer wieder lohnenswert ist, nach kleinen Rückschlägen den Tag umso mehr zu genießen und jeden Tag mit einem Lächeln zu beginnen, auch wenn man sich noch so verknittert fühlt. Es ist immer besser, lieber wirklich fröhliche, positive Worte zu verwenden anstatt rum zu fluchen. Am besten sollten wir aufhören, dem Stress zu verfallen und immer nur allem hinterher zu hetzen, das bringt doch am Ende eh nix.

Lieber sollten wir was erleben, oftmals sind es doch die kleinen Dinge, die uns erfreuen: Ein gutes Konzert, ein Abend mit Freunden, gemeinsam Kochen. Es sind die fröhlichen, unbeschwerten Dinge, die uns in Erinnerung bleiben und oft nur wenig kosten. Natürlich kann man sich an einem neuen iPhone erfreuen, aber wie lange denn? Da redet man doch über einen schönen Abend mit Freunden viel länger, da spricht man auch noch Jahre später darüber – über das iPhone definitiv nicht. Ja, sicher, werden jetzt einige Mitbürger sagen, der hat gut reden, besitzt er doch selbst ständig immer ein neues iPhone, und er ist hin und wieder auch dem Konsum verfallen. Alles richtig, aber darum habe ich auch angefangen, darüber nachzudenken, was wirklich wichtig ist. Und ja, ich bin auch nur ein Mensch und mache Fehler, aber ich bleibe dabei: Es ist wichtiger, dem Leben mit einem Lächeln zu begegnen als mit einem verhetzten, gestressten Gesicht. Es lohnt sich, darüber nachzudenken!




Mittwoch, 2. Oktober 2019

Mauerfall oder: Als die Welt für die Stasi unterging

Ein kleinstes Vorwort: Meine Oma sagte immer: Dass die Mauer fällt, werde ich nicht mehr erleben, auch Deine Eltern nicht. Du vielleicht, mein Junge, Du wirst dabei sein, vielleicht aber auch erst Deine Kinder. Doch eines sei gesagt: Ich war noch mit meiner Oma im Westen! So kann man sich irren als ältere Generation. Aber dass sie sich gelegentlich irren können, haben die älteren Generationen bewiesen, zum Beispiel bei dem Blödsinn, den sie da Jahrzehnte vorher mal verzapft hatten.

Mein persönlicher 9. November sah so aus: Wie für viele Handwerker in der DDR üblich, war auch ich nebenbei arbeiten in einer sogenannten Feierabendbrigade. Ich kam also spät nach Hause. Meine damalige Frau hatte mir einen Zettel hingelegt: Irgendwas stimmt nicht mit der Mauer. Sie war bereits im Bett verschwunden. Ich schaltete den Fernseher ein (noch ohne Fernbedienung, aber schon in Farbe) und wollte Fußball im ZDF schauen. Unten im Bild lief in Dauerschleife ein Textband: Günther Schabowski… Pressekonferenz… Mauer … Reisefreiheit… So schaltete ich hin und her zwischen Fußball und der Pressekonferenz. Günther Schabowski gab auf der Pressekonferenz die Sätze so verschachtelt, die Informationen waren so unglaublich, dass ich die Nachricht vom Mauerfall gar nicht gleich verstand. Im Haus klappten viele Türen, doch ich ging ins Bett. Am nächsten Morgen sah ich in den Nachrichten Bilder von der Bornholmer Brücke, Menschen auf der Mauer, mit Hämmern, ich dachte, ich werde irre.

Eigentlich wollte ich Arbeitssachen anziehen, aber ich glaubte, es würde eh keiner auf der Arbeit sein. Also zog ich zivile Sachen an und wollte zur Mauer fahren. Doch beim Verlassen der Wohnung siegte das schlechte Gewissen, ich drehte mich um und zog Arbeitskleidung an. Ich fuhr Richtung Schönhauser Allee, wo unsere Baustelle war. Die Leute stürmten aus der Bahn und rannten Richtung Bornholmer Straße, ich lief erstmal zur Arbeit. Kein Kollege da, na toll, dachte ich, die sind wohl schon drüben im Westen (wie sich später rausstellte, hatten beide verschlafen).

Also tapperte ich los in Malerhose und Wattejacke, war ja kalt. Kurz vor dem Grenzübergang Bornholmer Straße traf ich meinen Kollegen: Ich meinte: Los, lass uns rübergehen. Ne, nicht in Arbeitssachen, antwortete er. Also ging ich allein durch den Kontrollpunkt, erhielt einen Stempel in meinem Ausweis und stand kurz danach etwas verloren auf der Bornholmer Brücke. Ich fragte mich: Was mache ich eigentlich hier? Klar, die Mauer war auf, überall waren jubelnde Menschen, viele Sektgläser, Fahnen, unbekannte Menschenmengen um mich herum. Auf einmal kam mir eine junge Frau entgegen und umarmte mich, eine ehemalige Klassenkameradin, jetzt Kindergärtnerin. Sie meinte, sie muss jetzt zurück, die Kinder würden jetzt in den Kindergarten kommen.

Und so lief ich weiter, die erste Querstraße links rein. Eine ältere Dame kam mir entgegen und schimpfte: Eh hau ab, Du alter Ostler, mach dass Du zurückkommst! Wie vom Blitz getroffen stand ich da. Ostler, hä? Das erlebte ich nur an diesem denkwürdigen Tag. Tief berührt latschte ich Richtung Grenze zurück. Auf der Mittelpromenade stand mein Meister und rief mir zu. Er meinte: Es gibt Begrüßungsgeld, lass uns loslaufen. Wir tappelten also wieder los, wurden von einer Frau angesprochen und zu Kaffee und Kuchen eingeladen. Wir stellten uns an einer Sparkasse an, erneut gab es Kuchen, Sekt, Gejubel. Die Sparkasse wusste nicht, wie sie sich mit den ganzen Ostlern verhalten sollte. Also gab es wieder einen Stempel in den Ausweis und Begrüßungsgeld.

Von meinem ersten Westgeld kaufte ich mir eine Schachtel Zigaretten, Benson & Hedges, und ein Feuerzeug. Nun hatte ich auch etwas Kleingeld, und ich rief meine Schwiegereltern an, welche in Westberlin lebten. Da ich keine Ahnung hatte, wo was ist, verabredeten wir uns für den nächsten Tag. Dann lief ich das erste Mal in meinem Leben für Stunden durch Westberlin, gemeinsam mit einem Kollegen, bis die Füße lahmten. Danach ging es zurück Richtung Grenze. Ein Trabi nahm uns mit und brachte uns nach Ostberlin, und somit war der erste Tag im Westen vorbei.



Dienstag, 1. Oktober 2019

Gedanken-Brösel, Folge 27-2019: Die Zeit im Wandel, die Welt im Umbruch

Nun, ganz so hoch hinaus geht es nicht, fangen wir mal mit den kleinen Dingen an, Dinge, die uns eher direkt betreffen. Zum Beispiel das Thema Miete, Wohnen usw. Oh, nun schreien sie wieder: Hilfe, wir werden enteignet! Von Sozialismus 2.0, Postsozialismus ist die Rede und was sie sich nicht alles einfallen lassen, die großen Hausbesitzer. Auf einmal dieses Drama, weil die Mieten-Obergrenze gedeckelt werden soll. Ich sehe sie schon bildlich vor mir: Obdachlose Immobilienmakler, die da mit einem Hut auf der Straße sitzen und Lieder singen. Das Elend wird um sich schlagen, Rendite werden wegbrechen – ein Horrorszenario. Und nun mal meine ganz persönliche Meinung: Die spinnen ja wohl, es wurde schon immer gebaut und es wurde schon immer vermietet.

Vor ein paar Jahren waren Vermieter froh, wenn mal wieder eine Wohnung vermietet wurde. Da gab es dann gleich noch einen Geschirrspüler als Geschenk oder die ersten drei Monate waren mietfrei, so dass der neue Mieter sich selbst im neuen Heim austoben konnte. Alles war da kein Problem. Aber nun greifen die Gesetze des Marktes, es gibt Wohnungsknappheit, und die Preise gehen nach oben. Wobei ich denke, einiges davon ist künstlich hergestellt. Selbst auf den Immobilien-Online-Portalen scheint es genug Wohnraum zu geben, doch man muss erstmal eine bezahlbare Wohnung finden, die Suche ist schwer. Und einige Vermieter fordern wirklich horrende Preise, ja sogar zum Teil auch dubiose Dienstleistungen …

Und um dem ganzen Treiben mal Einhalt zu gebieten, wird nun eine Grenze gesetzt: Bis hierher und nicht weiter! Natürlich muss sich vermieten lohnen, aber es geht doch nicht nur um Rendite. Oder etwa doch? Nun meinen manche Vermieter, sie könnten jetzt keine Reparaturen und Wartungen durchführen, obwohl doch die Miete genau dafür da ist. Somit kommen einige Wohnungsbauunternehmen auf dubiose Ideen, es wird nichts mehr instand gehalten. Erst wenn alles richtig kaputt ist, wird was getan. Dann kann man einen Aufschlag nehmen, ist es Absicht? Auch hiergegen sollte man mal vorgehen. Also bitte: Wohnen, Essen, Strom und Wasser sollten niemals zur Spekulation stehen!

Aber wir befinden uns ja im Wandel. Die Jugendlichen rebellieren (Gott sei Dank!) mal wieder, und sie haben klare Ziele. Sie wollen das Klima retten. Was ist daran eigentlich schlecht? Es ist doch gut, wenn wir alle darüber nachdenken und jeder Mensch einen kleinen Beitrag dazu leistet. Wir werden dabei ja nicht gleich alle zu Klimaaktivisten. Nicht jeder ist ein grüner „Spinner“, nur wenn er/sie heute weniger Fleisch ist.

Es tut wirklich Not, mal wieder die Sinne und Blicke zu verschärfen, um auf das Wesentliche zu schauen, damit wir von diesen Zeitdieben wie Facebook und dessen Freunden mal etwas wegkommen. Mir persönlich ist aufgefallen, wieviel Zeit es stiehlt, irgendwelche Dinge anzuschauen, die ich eigentlich gar nicht brauche. Man wird überflutet mit Werbung, zwischendurch sieht man dann mal kleine Posts von Freunden beim Cocktail trinken, Freunde am Strand – ich nehme mich davon nicht aus. Bis ich vor zwei Wochen realisierte, wie albern das alles doch eigentlich ist. Und wieviel schöner es doch ist, jemandem Fotos persönlich zu senden oder einfach mal jemanden anzurufen – dafür wurde das Telefon ja eigentlich erfunden. 

Sicher, wir werden all diese Dinge nicht mehr abschaffen können, Social Media wird ein Teil unseres Lebens bleiben. Aber wir sollten uns davon nicht komplett beherrschen lassen, ich nehme mich dabei nicht aus. Und die zurückgewonnene Zeit kann man für viele gute Sachen verwenden, ein Spaziergang im Park, Treffen mit Freunden, gemeinsames Kochen. Oder einfach mal ein gutes Buch lesen – bevor einige Mitmenschen fragen: Das ist dieses Ding, wo beschriftete Blätter eingebunden sind (Scherz).

Wir sollten uns also wieder auf die Dinge besinnen, die uns mal wichtig waren. Dann bekommen wir eine süße Symphonie des Lebens hin! 




Freitag, 27. September 2019

Kleiner Gedankenschmaus: Was bin ich? Wer will ich sein?

„Boah, bist Du arrogant, Du machst ständig einen auf ‚dicke Hose‘, willst immer das große Rad drehen!“ So sagte letztens ein guter Freund.

Ich selber sehe das natürlich völlig anders, wollte das eh nicht. Dennoch machte ich mir schon Gedanken. In meiner Wahrnehmung zu mir selbst bin ich eher bescheiden, hilfsbereit – eigentlich jemand, den man nachts wecken kann, wenn Hilfe benötigt wird oder man mal ein Bier trinken mag.

Meine liebe Kollegin meinte mal: „Du bist der Typ, mit dem man am Strand sitzen und Rotwein aus der Flasche trinken kann, und am nächsten Morgen speist Du im Fünf-Sterne-Restaurant. Du bist der Typ, welcher ohne lange zu fragen, einfach hilft und sein letztes Hemd gibt.“

Zwei völlig unterschiedliche Meinungen, obwohl scheinbar beide stimmen. Das bedeutet jedoch, dass ich an meiner Außendarstellung arbeiten muss? Oder eben auch nicht! Haben wir nicht alle zwei Seiten, stecken nicht in jedem Menschen ein Dr. Jekyll und Mister Hyde? Ist es nicht besser, beide Seiten zu akzeptieren? Definitiv, das ist es! Es ist aber auch hilfreich, wenn man ordentlich kritisiert wird! Das bringt uns voran. Und gut, wenn wir trotz allem ruhig mal öfter über uns nachdenken. Darüber, welche Spuren wir hinterlassen wollen, wenn der Tag des bitteren Endes kommt! Besser ist wohl, wenn dann Menschen sagen: Schade! und nicht: Gott sei Dank!

Ich denke schon, zu viel Arroganz und Egoismus macht auf Dauer hässlich und einsam, das gilt auch für zu viel Reichtum. Es ist nicht gut, wenn es nicht auch ein paar Wünsche gibt, die nicht erfüllt werden. Sonst werden wir wie Ikarus und verbrennen.

Und da sind wir auch schon wieder bei meinem Lieblingssatz: Reicht Euch die Hände, seid nett zueinander und verschenkt lieber ein Lächeln. Neid und Egoismus bringen nur zusätzliche Falten, und die bekommen wir im Alter sowieso. Lieber mal wieder ein Lächeln als ein zorniger, grimmiger Blick!

Das kleine Einmaleins der Zweisamkeit…

… beginnt also schon mal damit, nicht allein zu sein!

Dabei spielt es keine Rolle, ob mit Partner oder Freund(in), Kind, Eltern – für mich ist es auch das Haustier (Vierbeiner bevorzugt). Aber in der Zweisamkeit ist es am schönsten mit einem geliebten Menschen.



Mittwoch, 28. August 2019

Gedanken-Brösel, Folge 26-2019: Kleine Zahnräder

Sind wir nicht alle kleine Zahnräder im Uhrwerk des Lebens? Und sind eigentlich Zufälle wirklich nur Zufälle? Denn ich denke schon, dass die meisten Dinge, so wie sie passieren sollten, auch geschehen. Und dazu sollte ein jeder Mensch seinen Beitrag leisten. Jeder hat seine Berechtigung für einen Platz auf Erden, und das gilt – obwohl es einige Mitmenschen nicht wahr haben wollen – auch für Menschen, die übers Meer kommen. Jeder Mensch muss aus meiner Sicht der Dinge ein Recht auf ein glückliches Leben haben. Und natürlich, wenn es keine Dunkelheit geben würde, gäbe es auch kein Licht.
Ich denke schon, dass wir im Augenblick an einer Zeitenwende stehen, so wie damals, als die industrielle Revolution begann. Auch dort musste sich die Menschheit komplett neu umstellen. Nur sollten wir nicht – wie denn geschehen – in Kriege zurück verfallen. Dieses macht wenig Sinn! Der tolerante und vernünftige Umgang miteinander ist sicher der einfachere, bessere und kostengünstigere Weg. Und wenn wir ehrlich sind, Rüstungskram braucht nun wirklich kein Mensch! Wofür denn? Wir gehen einfach davon aus, wenn keiner Raketen hätte, könnte auch nichts passieren. Wir müssen nur umdenken und dafür sorgen, dass niemand einem anderen Menschen etwas wegnehmen sollte. Sicher, unser Leben steht auf dem Kopf, also stellen wir es zurück auf die Füße!
Und für die Menschen, welche viel Geld haben: Es ist nicht schlimm, etwas abzugeben. Lebensmittel und Wohnungen eignen sich schlecht als Spekulationsobjekte. Jeder Mensch muss essen, und jeder Mensch braucht eine vernünftige Wohnung. Daran sollten wir denken, dass sollten wir vielleicht als Menschenrecht aufnehmen. Beim Wohnungswesen lohnt sich schon mal der Blick zu anderen Städten, z. B. zeigt Wien, wie es besser geht. Was nicht bedeuten sollte, dass man einem Mitbürger sein Eigentum wegnimmt. Und es sollte nur gelten, wenn man für sich eine Wohnung oder ein Haus kauft und nicht damit spekuliert. Auch wenn jetzt einige Menschen meinen, sie hätten sich doch Eigentum angeschafft, um etwas Altersvorsorge für die Rente zu haben, dann sollte auch hier der Staat eingreifen. Denn jeder Mensch sollte eine vernünftige Rente sicher haben, von der er gut und gern leben kann und nicht im Alter verarmt. Und ich höre jetzt schon wieder den Aufschrei, das würde nach Kommunismus oder Sozialismus klingen – nein, das ist Menschlichkeit!
Wir sollten schon gut überlegen, welche Spuren wir in unserem Leben hinterlassen, und das sollte nicht nur der schlechte CO2-Fußabdruck sein.




Dienstag, 20. August 2019

Gedanken-Brösel, Folge 25-2019: I love Greta!

Was ist eigentlich los mit uns? Warum hacken wir auf einem kleinen Mädchen herum? Warum wird jemand auf Schritt und Tritt beobachtet und geschaut, ob etwas falsch gemacht wird? Alles wird kritisiert, und einzig allein doch nur darum, weil Greta uns den Spiegel vorhält!

Und war es nicht schon immer so, die Jugend rebelliert, die Jugend lehnt sich auf? Ein kleiner Blick zurück: In den 50er Jahren wehrte sich die Jugend gegen das allgemeine Ram tam tam und die Spießigkeit, und der Rock ’n’ Roll war geboren. Sogenannte Halbstarke zogen durch die Straße und lehnten sich einfach nur auf gegen diesen eingefahrenen Mief. In den 60er Jahren gab es die Friedensbewegung. Jugendliche wehrten sich gegen ihre Eltern, viele waren noch naziversifft. Es fielen böse Worte wie: „Diese Langhaarigen sollten ins Arbeitslager gesperrt werden.“ Arbeitslager, diese Berichte kann man heute noch gut nachlesen.

In den 70er Jahren kam die Hippie-Bewegung auf. Wieder lehnten sich Jugendliche auf. Sie hatten die Nase voll vom Vietnam-Krieg und von der Bevormundung im Osten. Immer waren alte Männer an der Macht, und immer schimpften alte Männer gegen die jungen Menschen. In den 80er Jahren gab es die Friedensbewegung, Proteste gegen Atomwaffen, Demonstrationen gegen Atomkraftwerke. Die ersten Anzeichen für Umweltzerstörung waren sichtbar. Junge Menschen wehrten sich, sie wollten nicht so sein wie ihre Eltern. In den 90er Jahren – die eingefahrenen Kulturen schleiften so vor sich hin – wurde die Techno-Bewegung geboren. Der Drang nach Freiheit war riesengroß. Und wieder nörgelten irgendwelche alten Menschen rum.

Leider kommt mir immer der Verdacht, die Menschen, die als Erste auf die Straße gingen, haben am Ende genörgelt über ihre eigenen Kinder. Was ist daran falsch, wenn heute junge Menschen auf die Straße gehen und um ihre Zukunft bangen? Sollten wir nicht dankbar sein und glücklich darüber, dass sie nicht stupide an PC-Spielen hocken oder nur auf das Smartphone starren, sondern sich auch Gedanken machen? Was stört uns daran, dass ein junges Mädchen zu einer kleinen Anführerin geworden ist, obwohl sie das sicherlich so nie gewollt hatte? Oder stört uns einfach daran, dass man sie nicht einkaufen kann, nicht ausstatten mit hübschen kleinen Werbeverträgen, wie sonst mit kleinen Kinderstars, die irgendwann wie Britney Spears „alte Männer-Phantasien“ ankurbeln oder in Mini-Playback-Shows herumhüpfen?

Ich denke, es tut uns gut, einfach zuzuhören und aufzupassen, was sie sagen. Wir sollten Schäden von der Umwelt abwenden und behutsamer mit den Ressourcen umgehen. Wir sollten nicht vergessen, es gibt nur diese eine Welt. Und sie muss für alle Menschen reichen. Ob wir wollen oder nicht, wir sind alle Teile dieses Planeten. Ganz gleich, ob Mensch, Tier oder Pflanze. Wenn wir etwas rücksichtsvoller mit all dem umgehen, dann haben wir auch alle sehr lange etwas davon. Denn dann bleibt auch das Leben schön und lebenswert. Und es ist immer noch besser, jemandem beim Aufstehen zu helfen, als jemandem ein Bein zu stellen. Man muss ja nicht alles gut finden, aber zuhören sollte man schon.