Freitag, 5. Dezember 2025

Gedanken-Brösel 347: Zurückgeschaut… 2025 oder: Über allem steht OOPPAAAA

Der von mir persönliche Blick zurück auf das (fast) vergangene Jahr. Und was ich schon immer mal schreiben wollte, alles ohne KI geschrieben, mich gibt es echt, wahrscheinlich könnte so kein ChatBoot schreiben. SCHERZ. Also für mich ist es Jahr eins nach dem eingeleiteten Untergang von „Brunhilde“. Doch erstmal möchte ich mich bei allen entschuldigen, die Brunhilde heißen, bitte nicht persönlich nehmen.

Am 2.12. war meine letzte Chemo ein Jahr her, und ich kann sagen, es geht mir gut, natürlich ist nichts mehr, wie es war. Es gibt Lustiges dazu, wie z. B. keine Haare mehr auf dem Rücken. Doch der Körper hat sich echt verändert, und auch die Belastbarkeit ist nicht mehr so wie ich es kannte, aber ich lebe und nehme ordentlich am Leben teil. Hier werden nicht die Hände in den Schoss gelegt, es sei denn zum Überlegen.

Es ist aber auch das Jahr eins nach dem Tod meiner Mutti, oder wie ich sie wirklich liebevoll nannte: MUTTER. Ja, sie fehlt mir, das wird auch so bleiben, mir kommen immer die Tränen. Obwohl ich zu meinem Vater genauso ein gutes wie inniges Verhältnis wie zu meiner Mutter hatte, so hat uns doch der Verlust noch enger zueinander gebracht. Wir sind täglich im Austausch über das, was anliegt, darüber wie der Tag war. Es ist so wie damals, als ich klein war, ihm immer alles erzählt habe, nur jetzt eben umgekehrt, und das ist sehr schön, wie er mich nun in seinen Tag mitnimmt.

Das Jahr fing ruhig an, kaum war die letzte Rakete von Silvester verbrannt, ging auch schon der Wahlkampf los für den neuen Bundestag. Das Beste daran war für mich, dass Die Linke doch relativ sicher, relativ stark wieder einziehen konnte, was viele nicht erwartet hatten. Schlimm war bzw. ist, dass diese umlackierten Braunen (auf blau) so stark sind, das war allerdings zu erwarten. Und ich denke, es wird noch schlimmer, solange solche „Pfeifen“ wie Herr Spahn durch die Politik gehen können, ohne zur Verantwortung gezogen zu werden. Wie ein Kanzler erst durch das Land geht und Menschen beleidigt mit seinem Stadtbild-Unfug und später nach Brasilien fliegt, um auch da Menschen zu beleidigen. Wahrscheinlich hatte er sein Praktikum beim orangefarbenen Präsidenten, immer nur nach unten treten, nie für Gerechtigkeit im Land sorgen, also auch endlich mal für Steuergerechtigkeit sorgen, endlich mal dafür sorgen, dass alle in die Kranken- bzw. Rentenkassen einzahlen. Das treibt eben das „scheue Wahlvolk“ den Populisten in die Arme.

Also ich kam extra von der Reha nach Hause, um mein Kreuz zu machen, damit es noch nicht ganz so gruselig wird. Schon sind wir bei meiner Reha, gut, da gibt es nicht so viel darüber zu schreiben. Ich wollte nicht hin, dachte doch, es bekommt man alles schon so in den Griff, frei nach dem Motto: Das bisschen Chemotherapie, die paar Metastasen. Hochmut kommt vor dem Fall, das hat definitiv nicht funktioniert. Schnell sind die Grenzen aufgezeigt worden. Heute sage ich: Gut, dass ich es gemacht habe. Was mir dort auch so richtig ins Bewusstsein gekommen ist: Die richtig schweren Jobs, also die, wo es so richtig zur „Sache“ geht, machen Frauen. Sie können so viel aushalten (besonders uns „Schwanzvertreter“), sie sind diejenigen, DIE echt den „Laden“ am Laufen halten. Also liebe Schwanzträger, etwas mehr Demut und Dankbarkeit tut uns allen gut, mal drüber nachdenken, wer uns, wenn alles „Scheiße“ ist, hilft oder immer geholfen hat.

Nun aber weiter in meiner Reise durch das Jahr, quasi durch meine Themen. Wichtig war, dass ich auch zum Fußball gehen konnte, auch zu meinem Herzensverein BFC Dynamo. Berliner Pokalfinale: Es wurde gewonnen, es wurde gefeiert, ich ging über den Zaun auf den Rasen und lag vor Freude im Tor. Doch war es nur die Freude über den gewonnenen Pokal? Ein lieber Mensch, eine gute Freundin meinte, es tut so gut zu sehen, dass Du all diesen Blödsinn machst, dass Du so fest auf Deinen Beinen stehst, dabei ist dieser Mist erst ein halbes Jahr her. Wer hätte das gedacht, dass dieses alles wieder so schnell geht. Dieser Satz sollte im Laufe des Jahres noch öfter kommen, wo mir aufgezeigt wurde, ich möge doch mal bitte etwas demütiger sein.

Und der Fußball hatte noch einen anderen großen Beitrag in diesem Jahr, ein Ereignis, ein Erlebnis, das alles veränderte, quasi mir die Tränen immer wieder ins Gesicht treibt, doch dieses Mal die Tränen der Freude. Ich lernte meine Enkeltochter kennen, meine kleine Herzverzauberin. Gut, es war bei Union, doch da merkte ich, wie unwichtig doch Fußball sein kann, jedenfalls das Spiel an diesem Tag, aber eben auch, wie dadurch Brücken gebaut werden können. Es war der Tag, an dem ich richtig OPA wurde, etwas, womit ich nicht gerechnet hatte.

Da wurde mir klar, Du kannst ja versuchen, alles zu planen oder eben alles versuchen, im Griff zu haben, doch merke: Das Leben ist eben nicht planbar, da kommen so kleine Menschen daher auf kleinen Turnschuhen, lächeln Dich an und schon fällst Du um und alles ist ANDERS SCHÖN. Womit ich auch schon bei einem der schönsten Dinge in diesem Jahr bin, Zeit mit meinen Kindern. Das war auch nicht vorhersehbar, darum bin ich hier sehr demütig. Meine „kleine“ Nele ist nun auch schon eine erwachsene Frau (ich bin schon echt alt). Wir hatten und haben schon immer ein inniges Verhältnis. Gerne und oft treffen wir uns zum Essen, spazieren gehen usw., was auch sehr großartig ist Sie hat mir einen ganz lieben „Schwiegersohn“ geschenkt, der ist echt eine Bereicherung für Familie und Herz.

Vor allem auch der schöne Kontakt zu meinem Sohn, Jahre der Funkstille sind nun (hoffentlich für immer) auf dem Müll gelandet. Es tut so gut, sich mit ihm zu unterhalten, sich mit ihm zu treffen, auch das Einbeziehen bringt immer Licht und Wärme. Oder es ist so, als ob Milch und Honig auf die Seele fließen. Das war nun wirklich nicht vorhersehbar, ich hatte vor dem ersten Treffen nach vielen Jahren die Hosen gestrichen voll. Doch er machte es einfach, auch das „Wieso Weshalb Warum“ haben wir (erstmal) zurückgelassen. Der Blick geht nach vorn und eben nicht zurück. Natürlich lebt er nicht allein, er brachte nicht nur die Herzverzauberin mit, sondern auch eine ganz wundervolle „Schwiegertochter“, die mich erstmal vorsichtig beäugte, verständlicherweise vorsichtig, es geht ja hier um Menschen und nicht um einen Beliebtheitswettbewerb. Danke, mein Lieber!

Nun mal ein kleiner Schwenker zu etwas anderem, was ich schon immer gerne gemacht habe. Konzerte, früher konnte ich davon nicht genug bekommen. Dann kam „Brunhilde“, und damit war erstmal Schluss. Doch jetzt geht es wieder nicht mehr so oft und manchmal auch nicht so lange, da wird schon mal auf die Zugabe verzichtet, weil eben die Beine schmerzen oder anschwellen, aber es geht wieder. Ob nun ein Klavierkonzert von Nirvana-Musik, vorgetragen von Christoph Spangenberg, zum OUT OF LINE Festival über De/Vision zu Forced to Mode, wo auch viele Freunde waren, wir alle einen ganz zauberschönen Abend hatten. Es gab noch einige Konzerte mehr und auch eine wunderbare Kabarett-Veranstaltung und einen Mitsing-Abend.

Doch es sind die lieben Menschen um mich, die quasi wie einen Schutzwall um mich gebaut haben. Mein Freund Andy, der mich zum Singen mitgenommen hat und zu vielen anderen kleinen Veranstaltungen. Christian, der immer anruft, mit mir oft im regen Austausch über Politik und das Leben im Allgemeinen ist, mit dem ich oft Kaffee trinke und er meint, das müsste noch viel öfter sein, wo er natürlich recht hat. Er ist einer der Freunde, auf deren Meinung ich viel Wert lege. Was jetzt nicht heißt, dass ich das bei anderen Freunden nicht mache, aber Christian ist einer der Menschen, der mich eben schon seit meinem 16. Lebensjahr begleitet. Meine liebe Freundin Katrin, die nicht nur meine Kollegin ist, sondern auch Begleiterin in ganz schweren Zeiten war, sie ist maßgeblich daran „schuld“, dass ich schreibe. Meine liebe Freundin Henni, wo es fast jeden Donnerstag das beste Frühstück gibt, was auch immer der beste Gedanken-Austausch ist, wo es bis zum Gedankenschmerz geht. Und meine liebe Gabi, die auch eine ganz wunderbare Tochter inkl. Mann in unsere nun kleine Familie gebracht hat. Sie, die mich nun seit einiger Zeit quasi trägt und erträgt, die immer in Sorge um mich ist. Die mich durch die schwerste Zeit meines Lebens gebracht hat. Und nun dennoch all den Quark mitmacht. Wie zum Beispiel der Kauf eines Schuhschranks, was dann im Kauf eines großen Tisches und verschiedenen Stühlen endete, was gleichzeitig bedeutete, dass renoviert werden durfte. Es wurde also ein Nest gebaut. Dass ich dieses noch einmal mache, noch einmal erlebe, hätte ich auch nicht gedacht. Und ich hatte es auch nicht vor.

Als ich letztes Jahr eingezogen bin, wurde doch alles so gemacht, dass es für mich passte, ich wollte hauptsächlich mit mir allein wohnen, und da rede ich jetzt mal ganz offen. So wusste ich doch, dass nach der Behandlung nichts mehr im Bett gehen wird, quasi „Tote Hose“, aber so richtig. Doch auch hier habe ich komplett falsch gelegen. Mein lieber Urologe, der mich die ganze Zeit wunderbar begleitete, nahm mir die Sorgen und die Angst. Genau wie meine Mutter, sie meinte noch (ich weiß, sie sieht mir jetzt bestimmt von oben zu): Es gibt so viel mehr, selbst nur gemeinsam daliegen kann so schön sein, einfach nur den anderen Menschen spüren, nicht allein sein, das ist es. Natürlich habe ich das auch immer vorher gesagt, aber eben zu anderen. Das Leben ist so vielschichtig, es ist schön, es ist immer voller Überraschungen. Manchmal sind es kleine Gesten, kleine Taten, die man selbst gerade nicht auf dem eigenen Schirm hatte und somit manche Dinge so richtig groß werden lassen. Ich/Wir lernten viele neue Menschen kennen, z. B die liebe Beraterin vom Integrationsfachdienst, erst von Brandenburg, die dafür sorgte, dass wir Unterstützung bekommen bzw. sich einsetzte, dass auch eine super Beraterin aus Berlin vorbeischaute, sich alles ansah und dann die richtigen Schritte einleitete, hier ein ganz großes Danke.

Dann die lieben Menschen in „Lobetal“, wo ich als Assistent in der Suchtberatung arbeiten durfte. Was für großartige Menschen! Hier lernte ich zu sehen, die wichtigen Dinge zu erkennen, zu begreifen, worauf es doch so oft im Leben ankommt und dass man wirklich hin und wieder ruhig mal etwas demütig sein sollte, auch DANKE sagen zu dem, was man hat oder erleben darf. Die drei Freunde von der Bergsteigergruppe haben mir gezeigt, wo ich hinsehen muss. Vielleicht war es ihnen nicht bewusst, doch sie haben mir nach meinem schweren Jahr zuvor viel Kraft und Zuversicht gegeben. Und auch meine „andere“ Arbeit macht wieder richtig Spaß und Freude, genauso die Arbeit mit „meinen“ beiden Bauleitern Henry und Andreas brachten viele neue Erkenntnisse. Beide Menschen machten mir so viel Mut, sie wussten von der Erkrankung, und sie nahmen auch Rücksicht, wenn ich nicht so konnte bzw. mal einen Termin „versemmelt“ hatte. Lustig ist aber, dass sich beide Herren überhaupt nicht kennen. Genauso das Wandern und der Besuch beim Pressefest waren so schöne Erlebnisse (dazu gab es auch einen Blog).

Es gibt noch so viel mehr zu schreiben, und eigentlich möchte ich am liebsten jedem einzelnen Menschen danken, und ganz bestimmt habe ich jemanden vergessen, doch bitte tragt es mir nicht nach. Mit allen Menschen, mit denen ich dieses Jahr erleben durfte, mit allen, mit den ich arbeiten durfte. Mit allen, die mich mitgenommen haben zu was auch immer: DANKE, dass es Euch alle gibt!

Im Adventskranz brennt nun schon ein Licht. Es dauert nicht mehr lange, dann sind alle vier Kerzen an. Zeit, um innezuhalten, Zeit für gutes Essen, Zeit für Familie (ich bin so dankbar, dass ich OOOPPPPAAAA bin), Zeit für Erholung. Allen eine schöne Adventszeit, einen schönen Abschluss zum Jahresende und einen guten Start hoffentlich in Frieden!




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