Mittwoch, 4. November 2020

Mal nix von oder über Corona, Teil 2

Ein Moment für die Ewigkeit

Wir kennen diese Augenblicke, diese Momente, wo wir uns wünschen, die Welt möge stehen bleiben. Weil es gerade so schön ist und man selbst glaubt, schöner kann es nicht mehr werden. Die Augen leuchten, eine angenehme Wärme fließt durch unsere Herzen, alles ist perfekt. Man hält den geliebten Menschen in seinen Armen oder den Kopf in den Händen. Oder bei der Geburt des eigenen Kindes. Es gibt da viele dieser Momente, wo man sagen kann: „Von nun ab glücklich.“ Wenn wir dabei unsere Augen schließen, dann steht für uns die Welt still. Wir halten den Atem an und wollen den Augenblick nur genießen. Da ist es, das Glück....

Es gibt natürlich - und das gehört nun einmal zum Leben auch dazu - die anderen Momente. Wo man vielleicht denkt, warum dreht sich eigentlich die Erde weiter, warum geht die Sonne auf, weshalb geht einfach alles weiter seinen „Gang“? Wenn man mit tränenverhangenen roten Augen dasteht, im Magen nur ein Knoten ist, wo keine Nahrung durchkommt und der Körper nur mit Nikotin und Alkohol gefüttert wird. Zum Beispiel, weil wir gerade einen geliebten Menschen verloren haben oder eine schlimme Trennung durchleben mussten oder uns verstörende Bilder aus Wien und Paris erreichen. Man denkt sich: „Oh, ich bin vom Glück verlassen.“

Nehmen wir uns doch in diesen Augenblicken in die Arme, trocknen die Tränen des Anderen, versuchen wir zuzuhören auf die Worte und das Schluchzen. Seien wir einfach füreinander da. Ein großer Dank an all jene Mitmenschen, die das immer machen!

Dann passiert es und der olle Kalenderspruch: „Auf Regen folgt immer Sonne.“ nimmt Gestalt an, das Lächeln und die Wärme kehren zurück. Die Augen werden trocken, sie beginnen wieder zu leuchten. Darum, wann immer es geht, haltet Euren Liebsten fest in den Armen, ganz fest.

Wir wissen nicht, wie lange es ist, wir haben nicht ewig Zeit, und wir bekommen keine Momente zurück. Glück verdoppelt sich, wenn man es teilt – das ist einfach richtig. Und eins und eins sind nicht immer zwei, sondern ergibt EINS – wenn zwei sich sagen, wir sind EINS.

Bleibt alle fein gesund habt Freude am Leben!

Brösel


 

 

  

Dienstag, 3. November 2020

Mal nix von oder über Corona!!

Von nun ab glücklich sein, wer wünscht sich das nicht! Außer natürlich all jene Menschen, die sich dieses Glück schon bewahrt haben. Die Menschen, welche vielleicht schon in jungen Jahren ihr ganz persönliches Glück gefunden haben und noch immer (auch nach zum Beispiel 34 oder 55 Jahren) Hand in Hand durch den Tag gehen (es gibt sogar viele Mitmenschen, wo es noch länger ist), diese Menschen, die es vermochten, ihr Glück festzuhalten und welche das Glück hatten, ihr persönliches Gegenstück frühzeitig zu finden.

Und den Einen oder die Andere trifft es später, schön ist es immer! Es kann natürlich sein, dass es schwieriger wird, wenn man schon einen großen „Rucksack“ voll mit Leben auf dem Rücken trägt! Dann kann es schon mal vorkommen, dass man Zweifel hat, man skeptisch wird, sich fragt: „Warum jetzt?“ oder „Wird es denn diesmal klappen?“. Die Sehnsucht danach ist groß, doch auch die Angst vor einer Verletzung und dem Verlassen werden.

Ich möchte aber sagen: Es lohnt sich – es lohnt sich immer. Glückliche Tage wiegen immer mehr als die trüben. Nur leider hängen uns die trüben Tage mehr am Hals als die guten Zeiten.

Es ist wie mit frischem Kaffee, der schmeckt besser als der aufgewärmte, doch leider kann man sich am frischen Kaffee auch mal den Mund verbrennen. Ja, es kann passieren, dass dann Tränen kommen, und das ist überhaupt nicht schlimm - es zeigt vielmehr, dass wir Gefühle haben. Auch sollten wir ruhig den Mut haben, unsere Gefühle zu zeigen und sie zuzulassen.

Ein Lächeln sagt in der Tat mehr als tausend Worte. Wenn es gelingt dass der Herzschlag von dem einen Menschen und der Plusschlag von dem anderen Menschen einen Takt bilden, dann ist das Glück quasi perfekt.

Ich sagte es schon oft, das Leben ist mit all seinen Schwierigkeiten dennoch schön. Leider passiert es uns nur all zu oft, dass wir hin und wieder das Schöne nicht sehen und wir andern Sachen oder materiellen Dingen hinterherlaufen. Wahres Glück kann man, so glaube ich fest, nur mit einem geliebten Menschen teilen. Und um in Bildern zu sprechen: Wenn man das Glück im Rückspiegel sieht, es den Daumen raushält, dann ist es gut, einfach anzuhalten und nicht weiter zufahren. Dann passiert es: „Von jetzt an glücklich.“ Niemand sagt, es ist einfach - aber es kann und wird schön sein.

Bleibt gesund, versucht das Leben zu genießen, gebt Eurem Gegenüber das Gefühl, dass er oder sie der wichtigste Mensch ist. Denn irgendwann ist es vorbei, und es wäre doch schön, wenn man dann sagen kann: „Schön, dass Du warst, so schön, dass ich alles mit dir erleben durfte!“ und der letzte Blick zum geliebten Menschen geht.

Brösel



Freitag, 16. Oktober 2020

Gedanken-Brösel: Depressionen?

Man spricht im Herbst ja gern und oft von Depressionen. Die Tage werden dunkler, kälter und gefühlt kürzer, das schöne Sonnenlicht ist verschwunden. Aber man sollte deshalb nicht in Depressionen verfallen, auch wenn man beim Nachrichten schauen (die Corona-Zahlen gehen hoch...) schon das Gruseln bekommen kann. Und was nun, liebe Welt? Die ersten Fußballspiele werden wieder abgesagt (zum Beispiel morgen bei meinem Lieblingsverein). Und irgendwie habe ich das komische Gefühl, dass nächste Woche die Gaststätten wieder schließen. Ein kleines Indiz wäre, dass Soforthilfen für Gastronomen gleich freigegeben wurden, obwohl sie meinen, das wären nur Tropfen auf den heißen Stein. 

 

Sicherlich müssen wir vorsichtig sein, und natürlich sollten wir die Maßnahmen auch ernst nehmen. Aber einige Dinge sind wohl schwer zu verstehen: Was soll dieses Beherbergungsverbot mitten in den Ferien? Und warum gibt es diese Verbote immer kurz vor oder in den Ferien? Das ist schwer nachvollziehbar. Bei der ersten Welle galten die älteren Menschen als besonders gefährdet. Aber viele von ihnen fahren nicht so viel in den Urlaub, zumindest nicht direkt in der Ferienzeit. Jetzt heißt es wieder, das Partyvolk auf den Wiesen, welches unkontrolliert Alkohol trinkt, wäre schuld an den hohen Zahlen. Das klingt ja so, als wären wir ein Volk von Säufern. Was soll das also? 

 

Richtigerweise sagte der Chef vom Gesundheitsamt Köln: Maske aufsetzen und Hände waschen sind in Köln genauso wichtig wie in Flensburg oder Hamburg. Dafür braucht man aber kein Beherbergungsverbot mit so vielen Ausnahmen, das ist dann lächerlich. Wie soll man jemanden, der von Brandenburg nach Berlin pendelt, um dort den ganzen Tag zu arbeiten, erklären, dass er keinen Besuch aus dem Risikogebiet Berlin bekommen darf? Schiffsreisende sind ausgenommen, Geschäftsreisende auch. Das Virus sagt wohl: Oh, ein Mensch auf Dienstreise, da gehe ich nicht hin – das ist doch Unfug. Es stimmt schon, eine Einheitlichkeit wäre schön. Wenn ich sowas höre wie Ausgangsverbot, Sperrstunde – meine Güte, wo leben wir denn? Im ganzen Sommer hat das kein Schwein interessiert. Als die Ferien zu Ende gingen, konnten die Leute wieder fliegen, Zugfahrten unternehmen, (fast) überall hinreisen. Und jetzt, da wieder Ferien sind, darf man das wieder nicht? Da brauchen sie sich nicht zu wundern, wenn manche Menschen auf Verschwörungstheorien kommen, man würde von oben durchgeimpft usw. und große Zweifel hegen. Ich persönlich halte das allerdings für Quatsch.

 

Also bitte, liebe Gesundheitsminister, Kanzlerin, Landesfürsten, sorgen Sie bitte für etwas mehr Einheitlichkeit in der Sache. Mit einem Flickenteppich ist niemandem geholfen. Entweder alle Menschen können überall hinfahren, oder keiner fährt weg. Entweder Masken für alle, oder man lässt es für alle bleiben. Und sorgt einfach dafür, dass die Leute diese sogenannten A-H-A-Regeln einhalten. Es ist schwer zu verstehen, dass zum Beispiel zu Hertha 5.000 Zuschauer ins Stadion dürfen, aber nachts im Freien nur noch 5 Personen zusammenstehen dürfen. Brot und Spiele für das Volk, möchte man meinen, um den Dampf aus den Kesseln zu lassen.

 

Wir sollten über allen diesen Dingen nicht vergessen, dass es noch ganz viele andere Sachen gibt. Heute ist Welthungerhilfetag. Ein Wissenschaftler aus der Schweiz meinte, es gäbe so viele Nahrungsmittel auf der Welt, diese würden für 13,8 Milliarden Menschen reichen. Also für fast doppelt so viele Menschen, wie da sind – es müsste niemand mehr hungern. Nahrung dürfte wirklich kein Spekulationsmittel sein. Ein anderer Verteilungsschlüssel müsste angesetzt werden. Das sind Dinge, mit denen man nicht spekulieren sollte. Auch ohne Virus sollten wir uns darum kümmern, dass es für alle Menschen genug zu essen gibt und ein menschenwürdiges Leben möglich ist. Alle 10 Sekunden stirbt weltweit ein Kind unter 5 Jahren an den Folgen von Hunger, sowas soll und darf nicht sein! Und wenn jetzt alle Menschen so tun und über die Menschlichkeit reden, dann sollten wir auch dabeibleiben. Es gibt nur eine Welt, und wir alle haben ein Recht, darauf zu leben, kein Mensch sollte um sein Leben fürchten. Und der eine oder andere Typ aus dieser hohen Bankenwelt sollte schon mal darüber nachdenken, was ist eigentlich Geld, was macht es mit uns, warum wird soviel spekuliert. Warum müssen einige wenige Menschen so viel Geld haben, und warum haben andere Menschen so wenig? Über der Corona-Keule dürfen wir nicht vergessen, dass es auf der Welt Hunger gibt, dass Menschen im Mittelmeer ertrinken oder in Griechenland in Lagern hausen. All das wird im Moment – so finde ich – unter den Teppich gekehrt, das ist wirklich schlecht. So schlimm und fatal Corona auch ist, wir können das andere Geschehen nicht vergessen. Ich denke, uns Menschen steht Menschlichkeit gut zu Gesicht.

 

In diesem Sinne: Bleibt gesund, hinterfragt einige Sachen kritisch, geht nicht irgendwelchen Verschwörern auf den Leim und lasst Euch nicht vom Virus einfangen. Her mit dem schönen Leben!





Dienstag, 22. September 2020

Gedanken-Brösel: Ein bunter Blumenstrauß oder ein Potpourri der Meinungen

Corona und kein Ende! Die Fallzahlen bzw. die Ansteckung ist so hoch wie im April, eigentlich müssten, wenn wir zurückdenken. gleich wieder strenge Maßnahmen kommen? Aber was passiert? Die Rückkehr der Fans in die Bundesliga-Stadien (okay außer beim FC Bayern, aber da ist es eh egal, die gewinnen sowieso). Man könnte auch sagen: „ Brot und Spiele“. Woanders gehen ganze Branchen den Bach runter z. B. im Kulturbereich, aber dieser scheint ja nicht so wichtig zu sein.

Und jetzt schimpfen sie auf die jungen Menschen, die in Mitte, Kreuzberg und Friedrichshain angeblich Party machen, keinen Abstand wahren und die Fallzahlen hochschnellen lassen. Um es genau zu sagen, eine Erhöhung um 120 Personen – meine Frage: Von wieviel Millionen? Natürlich gibt es das Virus, und ja, wir haben keine Merkel-Diktatur. Es darf auch jeder Mensch seine Meinung sagen, sogar Reichsbürger und Nazis (was ich sehr bedenklich finde). Es wäre aber schön, wenn man Nachrichten etwas anders rüberbringen würde. Noch so ein Beispiel für schlechte Nachrichten: Vor zwei Wochen brachten die Medien die Meldung, dass in Brandenburg die Zahlen der COVID-Ansteckungen um das Vierfache gestiegen seien. Klingt sehr schlimm, stimmt, aber dass es hier nur von 1 Person auf 4 Personen gestiegen ist, das klingt dann irgendwie anders. Ich bin bei diesem Thema echt hin und hergerissen.

Eine andere Meldung. Gestern war Schulgipfel im Kanzleramt. Alle Kultusminister, SPD-Vorsitzenden und die Regentin (die Kanzlerin) waren versammelt. Nun wollen sie Kompetenz-Zentren einrichten. Da dachte ich mir, wieso? Wofür ist eigentlich das Kultusministerium da? Sie reden (eigentlich labern sie bloß rum) seit Ewigkeiten darüber, dass unsere Schulen schlecht ausgestattet sind, wir dringend Technik brauchen, warum passiert nichts (die Digitalisierung wird weiter verschlafen)? Der Bund will Geld geben, aber die Kultusminister haben Angst um ihre Vorherrschaft. Hallo, es geht um unsere Kinder!!! Bei jeder Wahl sprechen sie vom Bildungsauftrag und dass dringend was passieren muss, aber seit Jahrzehnten ist Stillstand.

Hauptsache, wir geben Geld für die Rüstung aus. Schade eigentlich, dass nicht jedes Bundesland ein Verteidigungsministerium hat, dann könnten sie da auch schön rumeiern (hier wäre es dann ja sinnvoll, wenn nichts passieren würde).

Heute war autofreier Tag weltweit (freiwillig). Prima, dachte ich mir, mitten in der Woche. Es hat fast niemanden interessiert. Warum nicht mal einen autofreien Sonntag im Monat? Diesen Tag dann nicht freiwillig, sondern auf Anordnung. Gab es früher auch schon, in der Ölkrise in den 70ern und Anfang der 80er Jahre. Macht bestimmt mehr Sinn, und ist bestimmt gut für die Umwelt und unsere Nerven.

Was aber in den letzten Tagen ziemlich unterging, ist der Prozess um Julian Assange. Es soll jemand verurteilt werden, weil er die Wahrheit ans Licht gebracht hat, weil die USA sauer sind, weil ihre verdammten Kriege am Pranger stehen, Geheimnisverrat. Die spinnen wohl. Aber wenn jemand in Russland etwas aufdeckt und es öffentlich macht, ist er sofort ein Held und darf laut unserer westlichen Meinung nicht belangt werden. Wenn Assange verurteil wird, wird niemand mehr etwas aufdecken, dann können sie wirklich machen, was sie wollen. Vom illegalen Abhören bis Drohnen-Einsätze über Schmiergeld, niemanden wird man dann mehr belangen können…

So, es reicht, das Wetter ist einfach zu gut, um sich zu ärgern, und das Leben hat auch noch viele schöne Seiten.

Brösel




Montag, 14. September 2020

Gedanken-Brösel: Das Gute an diesem Virus…

Das öffentliche Leben wurde runtergefahren, wir erinnern uns! Schnell gab es Hilfen untereinander. Nachbarschaftshilfe zum Beispiel, auch ich meldete mich dort an. Es erschien mir eine gute Idee, vielleicht für ältere Menschen einkaufen zu gehen, da diese nicht hinaus konnten (hätte ich auch schon früher machen sollen).

Es passierte lange nichts, es gab genug Menschen, die helfen wollten. Dann doch eines schönes Tages kam der Anruf, ob ich nicht Zeit und Lust hätte usw. Ich sagte zu, freute mich ehrlich (und dies ist bis heute so geblieben). So lernte ich quasi meine neue Freundin kennen. Ich half beim Einkaufen, erst waren es nur Pflanzen für den Friedhof. Was ihr so wichtig war, dass die Gräber ihrer Eltern, Großeltern und des vor vielen Jahren verstorbenen Ehemannes hübsch gepflegt sind, sogar auch ihre eigene spätere Grabstelle (neben ihrem Mann). Einkaufen bei Edeka, Schokolade für die Kinder und Enkelkinder in Kanada, da dachte ich mir: Nanu, ist ja wie früher, als viele Menschen „Westpakete“ bekommen haben.

Auch ein Ausflug an den Kudamm wurde geplant und durchgeführt. Ich sollte vielleicht erwähnen, sie kann sich nur noch mit dem Rollator  fortbewegen, sie hat Parkinson und ist weit über 80 Jahre alt. Aber immer gut drauf, sie arbeitet sogar noch etwas in ihrer alten Kanzlei, auch wenn sie nicht mehr schreiben kann auf Grund ihrer Erkrankung. Sie versprüht ganz viel Lebensfreude, und wenn sie von früher erzählt oder von ihren Lieben, die in Kanada leben, leuchten ihre Augen, auch ein etwas „derber“ Humor ist ihr nicht fremd. Und ich habe mich schon so manchmal gefragt, wer hat jetzt eigentlich die Nachbarschaftshilfe bekommen?

Wir einigen uns auf Win-Win. Ich wünschte mir, es würden mehr Menschen so etwas tun, es ist ein echter Gewinn. Und man bekommt noch einmal eine ganz andere Sicht auf viele Dinge im Leben.

Bleibt gesund, hilfreich und lasst euch nicht ärgern!

Brösel 



Gedanken-Brösel: Innehalten…

Gerade in diesen Zeiten!! Oder: In Zeiten von Corona!! Zwei kleine Sätze, die wir ständig hören, die scheinbar auch als Entschuldigung für viele Dinge herhalten müssen.

Nur glaube ich, dass wir oft vergessen, wie gut wir es in Wirklichkeit haben. Jedenfalls hier, wo wir leben. Da können wir uns Schwermut und Melancholie gönnen, wir können tiefen Gedanken nachjagen, zum Beispiel über ausgefallene Konzerte oder wieviel Zuschauer ins Stadion dürfen. Wir gehen auf Demos und wollen unsere Menschenrechte zurück, na da denke ich mir, die wenigsten Mitmenschen haben da wohl eine Ahnung, was sie so schreien oder auf ihren Plakaten schreiben, da lohnt schon mal ein Blick weiter (muss ja nicht ganz so weit sein) in die Türkei zum Beispiel. Da geht man gleich in den Knast, wenn man den „Präsidenten“ kritisiert, oder in Belarus, da kann man ganz schnell nach einer Demo verprügelt im Knast landen.

Hier kann man auf die Straße gehen, wilde Verschwörungen rausposaunen, wie grausam hier alles sei, sogar Menschen beschimpfen, ihnen den Tod wünschen, alles kein Problem. Danach geht man einkaufen oder setzt sich gemütlich vor den Fernseher. Und wahrscheinlich werden auch viele Leute, die meinen, dieses Virus sei gar nicht da, alles sei bloß Unfug. wir sollen nur gefügig gemacht werden, diese werden doch bestimmt auch die Zahlung der Corona-Hilfe für Eltern o. a. in Empfang nehmen. Wir gönnen uns schon oft eine Portion Schizophrenie. Viele rennen auch gerne rum und meinen, sie können ihre Meinung nicht frei und offen sagen, um es genau in diesen Augenblick zu tun.

Natürlich ist vieles nicht gut, vieles gehört auf den Prüfstand, und es muss kritisiert  werden. Warum sind viele unserer Schulen kaputt, weshalb reden Politiker immer nur vor Wahlen vom Bildungsstandort Deutschland, und dass unbedingt etwas geschehen muss. Tja, und nach der Wahl werden die Mittel gekürzt, weil ja es wichtiger ist, den Rüstungsauftrag zu erfüllen. Politiker, die fordern, man müsse mehr für Bildung und Soziales ausgeben, werden gerne damit abgespeist: Ja, alles richtig, aber dann sollen sie erklären, wie sie diese Pläne finanzieren wollen. Sie werden also als Träumer abgetan, aber niemand fragt: Wie finanzieren wir eigentlich diesen Rüstungskram oder diese Cum-Cum- oder Cum-Ex-Geschäfte (wo man Steuern zurückbekommt, die nie gezahlt wurden)?

Ich für meinen Teil glaube, dafür lohnt es sich, auf die Straße zu gehen, aus meiner Sicht sind das die Probleme, und nicht die Frage, ob Maske getragen werden oder nicht oder wieviel Zuschauer erlaubt sind. Auch müssen die wenigsten von uns Hunger leiden oder haben kein Schlafplatz. Da lohnt auch ein Blick nach Griechenland und nicht wieder reflexartig vor Überfremdung zu warnen.

Machen  wir doch die Welt bzw. unser zu Hause etwas smarter, sind wir toleranter und entspannter und kümmern uns um die wichtigen Dinge, seien wir vielleicht auch mal froh darüber, wie gut wir es doch erwischt haben.

Jeder von uns hat die Macht, die Welt zu verändern!



Dienstag, 25. August 2020

Persönliche Gedanken

Einmal abgesehen davon, dass es sicher vieles gibt, was einen Menschen zum Nachdenken bringt, was so außerhalb unseres privaten Lebens stattfindet, wie z. B. Leute, die uns mit ihrem populistischen Mist das Leben erschweren, wie Kinderblut trinkende Eliten oder andere Typen, die quasi zum Mord aufrufen oder behaupten, dass die Pandemie nur dazu dient, uns zwangsweise zu impfen, damit wir besser kontrolliert werden können und und und. Das alles beschäftigt uns (mich), und es lenkt doch oft nur ab.


Wie oft vergessen oder verdrängen wir (ich) unser persönliches Leben. Wir beschäftigen uns mit all dem Kram und vergessen dabei, dass es doch wichtig wäre, viel Zeit mit Freunden zu verbringen. Wir laden uns Termine in den Kalender, anstatt Zeit mit einem geliebten Menschen zu verbringen. Wir werden immer öfter Egoisten (ich nehme mich da nicht aus). Wir bekommen es nicht hin, zu Menschen, die uns nahestehen, zu sagen (oder meinetwegen auch zu schreiben), wie sehr wir ihn/sie vermissen oder sogar lieben bzw. liebgewonnen haben.

 

Es wird dem Geld hinterhergerannt, Dinge werden angeschafft, die wir nicht brauchen. Warum mehrere Fernseher? Ich kann doch eh nur in ein Gerät schauen. Ich denke wirklich, es ist besser, viel Zeit mit lieben Menschen zu verbringen, aber auch ich habe kein Rezept, wie man zu dieser Einfachheit zurückkehrt. Wenn ein lieber Mensch geht, dann wird uns immer schmerzlich bewusst, was wir ihm alles nicht gesagt haben. Wenn Freundschaften zerbrechen, weil wir angeblich keine Zeit hatten bzw. wir Dinge nicht klären konnten. Beziehungen/Ehen gehen auseinander, nur weil uns die Zeit fehlt. Wir bekommen keine zweite Chance, es gibt nur ein Leben, und die Zeit läuft, kehrt einfach nicht wieder zurück. Die Uhr tickt und tickt, unser Leben verrinnt wie Sand in der Eieruhr.

 

Lebe jeden Tag, als ob es der letzte ist - was wie ein Kalenderspruch klingt, ist aber leider wahr. Nur unsere Umsetzung ist oft doch eine Katastrophe. Natürlich brauchen wir unsere Arbeit, um zu leben und um soziale Kontakte zu haben. Es ist auch nichts Verwerfliches daran, fleißig zu sein, mal etwas mehr zu machen, sich weiterzubilden. Nur sollte man doch - so glaube ich jedenfalls - darauf achten, zu welch hohem Preis wir so einiges tun. Glück verdoppelt sich eben nur, wenn man es teilt, ja das ist auch so ein Kalenderspruch, aber leider wahr. Das merke ich immer daran, wie lange ich Freude an materiellen Dingen habe und wie lange ich Freude daran hatte, wenn man sich unter Freunden zum Beispiel bei einem gemütlichen Abend traf, wie lange doch diese Zeit in Erinnerung bleibt. Eine Liebesnacht ist bestimmt besser als Überstunden. Auch gemeinsame Spaziergänge schaffen mehr Ruhe und Ausgleich als irgendein Fitness Studio. Denn es ist wirklich irgendwann vorbei, und es kann ganz schnell passieren, dass der Eine oder Andere (die Andere natürlich auch) alleine dasitzt, alt ist und niemand kommt mehr vorbei, keiner ist mehr da.

 

Es ist nicht leicht, Freundschaften und Partnerschaften zu pflegen, aber wertvoller als das Auto oder im Haushalt zu putzen. So jung wie heute kommen wir nicht mehr zusammen - ich weiß, wieder ein Kalenderspruch, aber sehr sehr wahr. Versuchen wir doch, mehr Zeit miteinander zu verbringen, nehmen wir uns ruhig öfter mal in die Arme, sagen wir uns doch mal, wie lieb wir uns haben, den anderen Menschen vermisst haben oder sogar lieben. Leben wir einfach, denn irgendwann ist es vorbei und wir können die letzten Blumen, die wir geschenkt bekommen, nicht mehr in die Vase stellen und uns nicht dran erfreuen.

 

Passt auf Euch auf, bleibt gesund und genießt, so lange es geht.