Mannomann, was für ein
Jahr!!! Aber das sagen wir oft, wenn nicht sogar jedes Jahr. Doch ich fand
dieses Jahr war besonders heftig, auf jeden Fall für mich.
Erst fing ja alles sehr
gut an mit einem schönen Blick in das Feuerwerk über den Dächern von Berlin,
das langsam weniger wurde, dazu leckeres Essen und Getränke. Alles war gut, am
ersten Tag ein schöner Spaziergang, kein Stress, weit und breit nur Freude auf
das, was jetzt kommt, es gab ja auch schöne Ideen. Und es standen Konzerte
meiner „Helden“ (Depeche Mode 3-mal in Berlin) an und ein Konzert von einem
sehr geschätzten Sänger (Daniel Wirtz). Auch hier sollte es ein besonderer
Abend werden, und das wurde es: Konzert- Erlebnis mit meinem Schwiegersohn und
Fotos mit dem Sänger.
Zu meinem Geburtstag
kam ein Anruf, ob ich eine neue Wohnung möchte, da wo ich schon einmal lebte,
zurück nach Biesdorf. Das sollte sich wirklich als Glücksfall erweisen. Doch
bis dahin, also bis zum Umzug, war noch etwas Zeit. Erst musste der Schock
verdaut werden, eine lebensverändernde Diagnose! Die scheiß K… Krankheit, ich
nannte Sie „Brunhilde“, und sie muss ausziehen. Eins vorneweg: Die Behandlungen
sind erstmal abgeschlossen, es gab ordentlich Hormontherapie, Tabletten-, Strahlen-
und Chemotheraphie.
Nun aber wieder zum
Rückblick von mir. Mit dieser Diagnose im Gepäck ging es erst einmal auf Reise.
Ab zu Nele mit meinem „Schwiegersohn“. Flug nach Stockholm, dort ein Tag und
dann ab nach Marieham auf Ähland (Finnland), dort zwei Tage und wieder zurück
für zwei Tage nach Stockholm. Eine schöne Reise, richtig viel Spaß. Danke an
meine Tochter und ihren ganz wunderbaren Freund, den ich liebevoll
„Schwiegersohn“ nenne.
Nach der Rückkehr ging
es los, die große Wohnung musste aufgegeben werden, Dinge wurden verkauft,
verschenkt, und die neue Wohnung wurde hergerichtet. Er sah es so aus, als ob
es sich etwas verzögert (Vormieter), dann ging es alles schneller und besser
als ich dachte. Vielen lieben Dank an meine Freunde, sie waren da, als ich sie
brauchte, ich musste nichts sagen, nicht lange fragen, nein, sie waren einfach
da. Selbst jetzt. wenn ich so daran denke, bekomme ich Tränen in den Augen. Das
mit den Tränen passierte dieses Jahr aber auch oft. Umzug überstanden und
glücklich in der neuen Wohnung. Die neue/alte Hausgemeinschaft freute sich, dass
ich zurück bin (quasi wie ein verlorener Sohn), und auch hier haben sie mir viel
Kraft gegeben (einfach mal meine letzten Blogs lesen).
Leider schaffte mein
Lieblings-Fußballverein BFC DYNAMO wieder nicht den Aufstieg, aber es gab dafür
zwei ganz wunderbare Freundschaftsspiele, eins gegen AC Monaco und eins gegen
Sampdoria Genua. Beide wurden gewonnen, und der BFC hat nach Jahrzehnten mal
wieder etwas vom alten Europapokal-Flair! Natürlich gab es auch Rückschläge,
die Idee mit dem Laden wo aufgearbeitete Möbel bzw. umgestrichene Stühle und
umgebaute Dinge verkauft werden sollten, hat nicht geklappt. Obwohl Zeitung,
Radio und der RBB darüber berichteten, was es doch für eine tolle Idee ist.
Doch wenn auch viele Menschen gekommen sind, viele sich erfreut hatten über die
Idee, es wurde schlecht verkauft, und leider war ja auch „Brunhilde“ da. Also
wurde das Projekt aufgegeben.
Natürlich beschäftigte
mich auch die ganze Zeit das politische Geschehen und die Frage: Was machen die
da eigentlich? Die Regierung zerlegt sich dauernd, Wumms und Doppelwumms,
Zeitenwende und was nicht alles gesagt wurde. Und Bürokratie-Abbau, also wenn
man mal krank zu Hause sitzt und Anträge ausfüllen muss - einfach ist anders -
es ist, als ob ein Bleimantel über allem liegt. Dann zerlegte sich meine Partei
auch noch, und somit ist mal gleich das linke Lager in diesem Land geschwächt,
Populisten und Nazis haben leichtes Spiel, sie tun so, als ob sie einfache
Antworten haben, doch es gibt keine einfachen Antworten auf schwere Fragen, nur
müssen unsere Regierenden schwere Themen angehen, nicht lange reden, sich nicht
drücken vor Entscheidungen.
Viele glauben
vielleicht, so wie früher wäre es gut, das ist Stillstand, die Welt hat sich
verändert nicht nur zum Guten. Viele wollen sauberen Öko-Strom, doch keine
Windkraftanlage. Einige reden von Atomstrom, doch dieser Dreck ist nicht gut
für die Umwelt. Und nur weil Herrn Merz die Windkraftanlagen nicht gefallen,
sollen sie weg, dabei bringen sie im Moment den meisten Strom, die Idee der
Fusionskraftanlagen wird auch nichts, seit den 50-er Jahren klappt das nicht.
Atomstrom und Braunkohle helfen nicht, den Preis zu senken für den Strom in
unserem Land, die EEG-Umlage muss weg. Was soll das mit den Preisversprechen
für die Energiekonzerne??
Na, und der Blick in die
Welt bringt auch Angst, der Nahe Osten ist ein Pulverfass. Leider habe ich den
Eindruck, sie müssen immer Krieg spielen, sie können nicht anders, dabei könnte
es so einfach sein, man muss nur mal nachgeben, doch die alten Egos haben ja
nichts mehr. Für Party zu alt und die Frau zu Hause will auch nichts mehr von so
einem Mann, also spinnen sie sich aus, und oft benutzen sie Glauben und
Religion.
Doch zurück zu mir. Die
Behandlungen gingen los, am 05.08. fing die Strahlentherapie an, die mich
täglich 6 Wochen lang begleiten sollte, zwei Wochen später die erste von neun
Chemotherapien (alle zwei Wochen). Bei der ersten Behandlung saßen zwei Männer,
diese waren sehr gut positiv eingestellt, obwohl sie es nicht leicht hatten.
Der eine meinte, der Kopf ist das Entscheidende. Du musst wollen, dass es weg
geht bzw. besser wird, Du musst Dir sagen, dass es klappt und dass man damit
leben kann. So lernte ich, damit immer besser umzugehen, das Leben ist auch
schön. Wenn ich an die lieben Menschen denke, denen ich scheinbar wichtig bin,
die einfach da sind, einfach Hallo sagen. Die Kochabende als Beispiel, die
hatten wir auch vor Brunhilde, doch wir machten es weiter. Danke Christian,
danke Steffen. Dafür, dass Ihr einfach da wart, das hat so sehr geholfen, und
satt hat es auch gemacht. Danke an Katrin, meine liebe Kollegin, die mir bei
Arbeits-Unterlagen und durch ihre ruhige Art sehr geholfen hat, auch einfach
immer da ist ohne viele Worte. Auch an Hendrikje hier ein großer Dank für unsere
wöchentlichen Frühstückstreffen mit Austausch über Bücher und sonstiges
Geschehen in dieser Zeit, und welche mich dazu brachte, über Betreuung für
andere Menschen als Beruf nachzudenken und wie wir dieses in die Tat umsetzen
können.
Genauso mein Freund
Andy, der auch immer wieder vorbei kam, mit mir essen ging, oft nur so
nachfragte. Nicht falsch verstehen wir haben all das auch vorher gemacht, doch
es wurde nicht eingestellt wegen „Brunhilde“, nein, sie wurde mit Freunden,
positiven Gedanken, gutem Essen, gemeinsamer Zeit einfach verdrängt! Meine
lieben Kollegen, die ihre Arbeit gut machten, so dass unsere Firma weiter lief,
auch dank zweier Bauleiter, die da halfen und unser Berater vom Großhandel, danke
Lars, danke Marcel!
Und es wurden
Kurzreisen unternommen: Warnemünde, Königstein, Rostock, und zu Weihnachten
folgt die nächste. Danke an Gabi, danke dass Du so lieb aufpasst, dass es mir
gut geht, danke für so vieles. Ohne Euch, meine Lieben, wäre ich nicht durch
dieses Jahr gekommen. Doch leider gab es noch einen schlimmen Schock. Meine liebe
Mutter verstarb ganz plötzlich, der Schock sitzt noch tief, die Trauer hält
noch an und wird auch eine Weile so sein, das ist auch gut so. Ich hatte immer
ein gutes Verhältnis zu meinen Eltern, nun bin ich aber mit meinem Vater noch
etwas näher zusammengerückt, auch das ist angenehm. Hier waren sie auch da, die
Freunde, es gab Trost so gut es eben geht bei solchen Nachrichten.
Blicken wir noch einmal
in die Politik, wo ich leichte Befürchtungen habe. Unsere Ampel-Regierung ist
ja passé, was vielleicht wie eine gute Idee wirkte, war am Ende ein Flop. Doch
wenn CDU und SPD, quasi „Club Der Unternehmer“ mit „Stabilen Profit-Dividenden“
regiert, da wird das nix mit dem christlich-sozial sein. Sie werden beim Bürger
sparen, sie werden nicht die Vermögenssteuer für große Vermögen einführen bzw.
in Kraft treten lassen, was sie eigentlich müssten. Schuld werden das
Bürgergeld und die Migranten sein. Die sollen auch schuld sein, dass Schulen
marode sind, dass kein Geld für die Bahn da ist oder die Brücken kaputt sind.
Super einfach macht Ihr Euch das! Ich bin gespannt, vielleicht wird ja alles
ganz super und schön. Wir haben ja ansonsten noch die verbindende Kraft des
Fußballs, wie wir ja im Sommer bei der EM erleben konnten, für einen Augenblick
schien mal wieder alles möglich, auch wenn wir über unsere kaputte Bahn
belächelt wurden oder dass man in der Kneipe noch Bargeld braucht (was ich gut
finde) und unser Internet hier oft ein analoger Anschluss ist.
Ich wünsche allen ein
schönes und ganze besonders friedliches neues Jahr, bitte keinen Krieg. Bitte
vertragt Euch im Kleinen wie im Großen, öfter in die Arme nehmen hilft
bestimmt.
Danke! Christian,
Steffen, Katrin, Andy, Gabi, Hendrikje, Thomas, Frank, Claudia, Petra, die
liebe Hausgemeinschaft in der Buschiner Straße, Wulf, mein Vater, meine Mutter,
meine liebe Tochter Nele mit meinem Schwiegersohn Willy sowie Christin. Ohne
Euch wäre das alles nicht möglich gewesen. Ich habe Euch alle sehr lieb!