„Wenn ein Mensch kurze Zeit lebt, sagt die Welt, dass er zu früh geht. Wenn ein Mensch lange Zeit lebt, sagt die Welt, es ist Zeit, dass er geht.“ Diese Zeilen von den Puhdys habe ich nun seit ein paar Tagen im Kopf. Die Frage ist, wann ist zu früh oder zu lange? Sicher, wenn ein junger Mensch oder Kinder sterben, ist das definitiv zu früh.
Doch darum geht es wohl nicht, sondern um das „Gehen“ von Menschen im normalen Alltag, in dieser ganz gewöhnliche Zeit. Wenn der Verlust eines Menschen, den man geliebt oder geschätzt hat, eintritt. Wenn der Augenblick kommt, ist es definitiv „Scheiße“, man weiß mit seinen Gefühlen überhaupt nicht, wohin. Es kommt Schmerz, es kommt Leere, es kommt Trauer, es kommt Liebe, und das alles auf einmal. Jedenfalls ging mir das jetzt so, als mein Vater gegangen ist, als er sich auf den Weg gemacht hat zu seiner „Kleenen“, zu seiner Mausi, wie er sie genannt hat, meine Mutter.
Was ist ein würdiger Abschied, wie gestaltet man diesen? Mein Vater hat sich für das Hospiz entschieden. Das Theodorus-Hospiz am Blumberger Damm 231. Und es war eine so gute Entscheidung für ihn. Sicher, als er mir sagte, er geht jetzt ins Hospiz, dachte ich auch: WARUM??? Natürlich wusste ich warum, so ein Drecks-Hirntumor ist eben kein Schnupfen. Und er hat echt gekämpft, hat dafür gesorgt, dass wir alle noch eine schöne Zeit hatten. Mein ganz besonderer Dank geht nun an die lieben Schwestern, Pfleger, Ärzte sowie an das Service-Personal und auch an die ehrenamtlichen Mitarbeiter. Menschen, die ihre „Gäste“ mit so viel Liebe, mit Ruhe begleiten, alles tun, was in ihrer Macht steht, für die Menschen dort. Die immer auch einen Kaffee für die Angehörigen bereithalten, gerne ihre Schulter zum Ausweinen geben, immer ein Taschentuch reichen. Ich bin ihnen so dankbar für das, was sie alle geleistet haben und immer wieder täglich leisten.
DDDDAAAAANNNKKKEEEE, dass mein Vater bei ihnen sein dürfte, DANKE für den würdigen Abschied, den sie ihm bereitet haben. Natürlich können sie den Schmerz, der nun in mir ist, nicht nehmen. Doch sie haben dafür gesorgt, dass ich nicht zerplatze, weil sie sich eben so liebevoll um meinen Vater gekümmert haben. So, mein lieber Vater, DANKE, dass Du immer für mich da warst, DANKE, dass ich Dich auf Deiner letzten Reise begleiten durfte.

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